Experten schlagen Alarm: Schließungen drohen - Heute Konferenz in Amberg
Kostendruck setzt Kliniken zu

In kommunalen Kliniken steigt der Kostendruck eigenen Experten zufolge so, dass Schließungen drohen. "Zwischen 2008 und 2013 lag allein die Tarifsteigerung bei 16 Prozent. Die Preise, die wir verlangen dürfen, sind in der Zeit aber nur um fast 9 Prozent erhöht worden", sagte Alexander Schraml, Vorstandsmitglied des Krankenhaus-Verbundes "Klinik-Kompetenz-Bayern". Der 48-Jährige wurde in Weiden geboren und leitet das Kommunalunternehmen des Landkreises Würzburg.

Hauptproblem sei, dass die Fallpauschalen nicht genug angehoben wurden. "Seit 20 Jahren tun wir alles, um besser zu wirtschaften und effektiver zu werden", sagte Schraml. Mittlerweile sei man aber an einem Punkt, "an dem keine Einsparungen mehr möglich sind, wenn wir nicht die Qualität unseres Gesundheitswesens generell schädigen wollen". Das würden vor allem die kommunalen und freigemeinnützigen Kliniken zu spüren bekommen, die eine breite Grund- und Regelversorgung bieten, sagte Schraml: "Wir brauchen eine Erstattung der Kostensteigerungen, die wir haben. Um mehr geht es eigentlich nicht." Der Gesetzgeber müsse dafür sorgen, dass Kostensteigerungen über Preiserhöhungen ausgeglichen würden.
Der Klinikverbund fordert deshalb gesetzliche Vorgaben für Preissteigerungen, die sich an den Personal- und Sachkosten orientieren. "Und man muss einen Demografiefaktor einbauen." Sollte sich an der finanziellen Situation der kommunalen Krankenhäuser nichts grundlegend ändern, "müssen immer mehr Klinken zugemacht oder privatisiert werden." Heute treffen sich Vertreter kommunaler Kliniken in Amberg und Schweinfurt mit Politikern zu Regionalkonferenzen, um über ihre Geldprobleme zu sprechen.
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