24.01.2004 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Fahrbericht Opel Signum 3.0 V6 CDTI

von Berthold Zeitler Kontakt Profil

"Blitz"-gescheite Auto-Lösung

Hier elegante Limousine, dort dynamisches Sportcoupé und dann wieder wandlungsfähiger Van: Opels Signum will die unterschiedlichsten Mobilitätsbedürfnisse befriedigen. Das Rezept dafür heißt Flexibilität. "Blitz"-gescheite Lösungen machen den Rüsselsheimer zwar zu einem konkurrenzlosen Verwandlungskünstler, aber nicht zu einer eigenständigen "Signum-Class", wie es die Opel-Verantwortlichen so gerne hätten. Gleichwohl wird der Signum seinem Namen gerecht, steht als Zeichen des frischen Windes, der spätestens mit dem erfolgreichen Start des Modellbruders wieder herrscht.

Denn im Grunde ist der Hoffnungsträger so eine Art Über-Vectra. Kaum länger und höher als die klassische Limousine, aber mit einem um 13 Zentimeter gewachsenen Radstand gesegnet. Das schafft nahezu verschwenderischen Raum. Der kommt allein den Passagieren zugute und zwar hinten. Vorne ist vom Platzgewinn nicht viel zu merken.

Sicherlich: Es sitzt sich gut da, auch komfortabel und sportlich-straff. Aber das eigentliche Erlebnis erfährt nur der Hintermann. Wer sich also den Luxus erlauben kann, sich durch die Gegend chauffieren zu lassen, der sollte hinten Platz nehmen. Die zweite Reihe sitzt erstklassig auf zwei Einzelsitzen, die sich zudem um bis zu 13 Zentimeter in Längsrichtung verschieben lassen. Da kann ein Mitfahrer aufrecht am Laptop arbeiten und der andere sich bequem reinlümmeln wie in einen bequemen Sessel und eine maximale Beinfreiheit von nahezu einen Meter genießen. Der Knieraum in der S-Klasse ist nicht fürstlicher.

Wer das nur im Notfall für einen fünften Passagier vorgesehene Mittelteil umdreht, erhält eine Ablagekonsole samt Mittelarmlehne. Noch besser ist der in der gehobenen Ausstattung serienmäßige "TravelAssistant" (sonst 385 Euro Aufpreis) mit zwei ausklappbaren Tischchen samt Kühlbox, 12-Volt-Stromversorgung, Halterung für den DVD-Player sowie separater Bedienfunktion für Radio und CD. Die Fondsitze lassen sich auch nach vorne klappen und versenken, was nicht nur eine ebene Ladefläche schafft, sondern auch ein maximales Stauvolumen von 1,4 Kubikmeter. Das entspricht durchaus einem geräumigen Mittelklasse-Kombi.

So innovativ der Innenraum, so modern auch das äußere Erscheinungsbild mit einer gestreckten Silhouette, glatten Flächen und eleganter Linienführung. Dennoch ist die Reaktion des Publikums bisher etwas verhalten geblieben, was daran liegen mag, dass Käufer der Premium-Klasse eher dem konservativen Lager zuzurechnen sind. Und die mögen weder den Rüsselsheimer Blitz noch eine Schrägheck-Karosserie.

Dabei überzeugt der Signum rundum. Auch im Fahrverhalten. Trotz 1,7 Tonnen Leergewicht bewegt sich der Opel leichtfüßig, ist handlich, straff, manchmal auch über Kanaldeckel holpernd, aber immer komfortabel.

Der Dreiliter-Sechszylinder in unserem Testwagen zog kräftig durch und arbeitete perfekt mit der Fünfgang-Automatik (1800 Euro) zusammen. In 9,9 Sekunden ging es von Null auf Tempo 100, die Höchstgeschwindigkeit lag um die 220 km/h. Und da lässt sich auch gegen die im Testschnitt rund 9,6 Liter Diesel nicht viel sagen.

Die Serienausstattung enthält zwar acht Airbags, Klimaanlage, Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, elektrische Fensterheber vorn und hinten, dynamisches Fahrsystem samt ABS und ESP, lässt aber noch genügend Spielraum für mehr oder weniger Nützliches und Komfortables - selbst in der von uns gefahrenen "Cosmo"-Topversion (33645 Euro) samt Ledersitzen, CD-Radio mit Navigation oder elektrischer Sitzverstellung, aber ohne Sonnenschutzrollo, Gepäcknetz oder Metalliclack.

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