05.09.2005 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Fernsehduell ein Heimspiel für Schröder und Merkel - "Charakter eines Show-Down" Gelächter für den Moderator

"Zu ihnen Frau Kirchhof." Thomas Kausch senkt den Kopf. Den ersten Verprecher beim TV-Duell am Sonntagabend liefert einer der vier Moderatoren - und nicht die Herausforderin oder der Amtsinhaber. Im Saal neben dem Studio D gibt es schallendes Gelächter.

von Alexander Pausch Kontakt Profil

Dort haben sich Politiker von Union und SPD, sowie deren Freunde und Unterstützer versammelt. Unter anderem Alice Schwarzer und Regisseur Dieter Wedel, die Angela Merkel beistehen wollen, aber auch Scorpions-Sänger Klaus Meine, der von der SPD eingeladen wurde.

Die erste Frage an diesem Abend hat wie jeden Sonntag Sabine Christiansen. Nur, dass die First-Lady des Polit-Talks diesmal drei Partner an ihrer Seite hat - Thomas Kausch sowie Maybrit Illner und mit Peter Kloeppel. Ihnen gegenüber sehen der Kanzler und seine Herausforderin. Paarweise rückten die Moderatoren den Gerhard Schröder und Angela Merkel zu Leibe.

Als Erste, um 19 Uhr, trifft an diesem lauen Sommerabend die Herausforderin ein. Bei ihrer Begrüßung vor dem Studio zeigt Angela Merkel auf eine nebenstehendes Gebäude: "Dort habe ich mein akademisches Leben verbracht." Ein Heimspiel für die CDU-Kanzlerkandidatin? Zumindest steht das Studio an einem für sie seit langem vertrauten Ort. Bis zur Wende beherbergte das Gelände in Berlin Adlershof nicht nur die Räume des früheren DDR-Fernsehens, wo das Duell steigt, sondern auch die Akademie der Wissenschaften. Dort promovierte und arbeitete die junge Physikerin Merkel - die Mauer in Sichtweite.

Der Amtsinhaber lässt sich mehr Zeit. Etwa 40 Minuten bevor das Duell beginnt, trifft Bundeskanzler Gerhard Schröder am Studio ein. Bei der Anfahrt gibt es für ihn eine Begrüßung druch Merkels Fan-Truppe. Mitglieder der jungen Union, in orangen T-Shirts und mit Angie-Schildern, haben sich an der Zufahrt aufgebaut.

Aber auch den Regierungschef ist es ein Heimspiel. Zweimal traf Gerhrad Schröder vor Jahren in diesem Studio zweimal mit seinem damaligen Herausforderer Edmund Stoiber.

Für Michael Glos (CSU) hatte das damals den Charakter eines Show-Down. Diesmal erhofft sich der CSU-Landesgruppenchef mehr "Sachlichkeit". Die Unterschiede sollten deutlich werden. Ähnlich argumentiert Uwe Beneter. Der SPD-Generalsekretär erhofft sich, dass die "Richtungsentscheidung" deutlich wird. Und natürlich hofft er, dass die SPD Auftrieb bekommt. Schließlich hat die SPD noch einiges aufzuholen, macht der SPD-Parteivorsitzende Franz Müntefering deutlich.

"Das ist mein Geheimnis"

Die Chance besteht. "Wir wissen inzwischen, dass die Menschen sehr genau darauf achten, was beim TV-Duell gesagt wird und wie sich die Kandidaten präsentieren", sagt Manfred Güllner von Forsa. Zumindest nicht jeder will sich an diesem Abend in die Karten blicken lassen. "Das ist mein Geheimnis", sagt Völz. Vor dem Duell wollte er sich nicht festlegen, wem er die größten Chancen gibt.

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