20.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Feuerwehr und Tierärztin retten winzigen Welpen Hundebaby in Mülltonne gestopft

Alexandra kommt langsam wieder zu Kräften. Alle ein bis zwei Stunden bekommt sie Welpenmilch von ihren zwei Pflegerinnen. (Bild: Götz)
von Redaktion OnetzProfil

Weiden. (rti) Alexandra schläft friedlich in ihrem Körbchen. Wenn sie kurz aufwacht, trinkt das Hundebaby aus einem Fläschchen Welpenmilch. Alles wirkt friedlich. Aber das kleine Tierchen hatte keine 24 Stunden vorher ein grausames Martyrium zu überstehen. Es wäre fast in einer Mülltonne erfroren.

Geräusche aus der Mülltonne

Ein noch unbekannter Täter packte Dienstagabend das Hundebaby in eine Plastiktüte und warf es in eine Mülltonne in der Schmeltzlstraße am Rehbühl. "Das arme Tier war infolge der geringen Außentemperaturen dem Tod schon sehr nahe", beschreibt die Polizei in ihrem Pressebericht die Situation.

Ein Anwohner war gegen 22.15 Uhr auf dem Weg zu seinem Wohnhaus, als er plötzlich Geräusche aus seiner Mülltonne hörte. Diese stand auf dem Gehweg für die Müllabfuhr am Mittwoch bereit. Da "der Ursprung der Geräusche völlig unklar war", verständige der Mann die Feuerwehr.

Zwischen Hausmüll gelegt

Die Einsatzkräfte zogen aus der Mülltonne die Plastiktüte und fanden zwischen Hausmüll den Hundewelpen. Daher machte sich die Integrierte Leitstelle auf die Suche nach einem Tierarzt. Schon nach einer halben Stunde übergab die Feuerwehr das Hundebaby der Tierärztin Stefanie Lang-Deuerling von der Praxis Dr. Eduard Krinninger, die sich um das Tier kümmert.

"Der Welpe war in einem erbärmlichen Zustand. Seine Körpertemperatur war nicht mehr messbar. Er war total unterkühlt", sagt die Veterinärin. Ihre Mitarbeiterin Cornelia Neumann nahm nach der Erstversorgung Alexandra mit nach Hause und gab ihr alle ein bis zwei Stunden das Fläschchen. Die beiden Damen pflegen die Kleine nun erst einmal weiter. Am Tag ist das Tier in der Praxis und über die Nacht wechseln sich die zwei ab. Normal zieht die Hundemutter ihren Welpen mindestens bis zu seiner achten Lebenswoche auf.

"Noch nicht über den Berg"

Über die Rasse von Alexandra kann die Tierärztin noch nichts sagen. Der weibliche Welpe ist etwa 14 Tage alt und 17 Zentimeter lang. Den Namen hat das Hundebaby von der Feuerwehr bekommen. Die nannten es Alexander. Als die Veterinärin feststellte, dass es ein Weibchen ist, hängte sie einfach ein A hinter den Namen.

Nach Auskunft von Lang ist die Kleine "noch nicht über den Berg". Positiv sei, dass sie schon wieder etwas trinke. "Wir müssen es nun hätscheln und pflegen." Es warten viele Nachtschichten auf die Medizinerin und ihre Mitarbeiterin.

"Das Verhalten der beiden Frauen ist sehr vorbildlich", lobt Polizeipressesprecher Karl Gaach den Einsatz. Momentan würden seine Kollegen intensiv nach dem Verantwortlichen für diese "frevelhafte Tat" suchen. Im Hausmüll, der in der Plastiktüte lag, hätten sie schon erste Spuren gefunden. Weitere Hinweise nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 0961/401-320 entgegen.

Themenseiten:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.