21.09.2004 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Forscher von ATZ-EVUS und FH Amberg-Weiden Anwärter auf Deutschen Zukunftspreis Theorie und Praxis verzahnt

Ein Wissenschaftler aus der Oberpfalz ist für einen der begehrtesten Forscherpreise Deutschlands nominiert. Diplom-Physiker Robert Queitsch vom Forschungszentrum ATZ-EVUS in Sulzbach-Rosenberg ist Anwärter auf den Deutschen Zukunftspreis des Bundespräsidenten.

von Uli Piehler Kontakt Profil

Queitsch hat zusammen mit einem ganzen Team von Wissenschaftlern ein Verfahren entwickelt, mittels dessen Motoren viel leistungsfähiger und umweltschonender arbeiten. Nominiert sind außerdem Diplom-Ingenieur Horst Joachim Lindner von der Audi AG in Ingolstadt und der mittlerweile verstorbene Professor Hans-Wilhelm Bergmann aus Bayreuth. Bergmann gilt als geistiger Vater des Projekts. Er war Mitglied im Hochschulrat der FH Amberg-Weiden und Spezialist für Lasertechnik am ATZ-EVUS. Im Jahr 2000 starb er im Alter von nur 50 Jahren.

Optimaler Motor

Mit im Boot, wenn auch nicht namentlich nominiert, ist Lasertechnik-Experte Professor Andreas Emmel von der FH Amberg-Weiden. Emmel bescheinigt seinen Kollegen hervorragende Arbeit und nennt die Innovation "bahnbrechend". Mit der Anwendung des in Sulzbach-Rosenberg und Amberg entwickelten Verfahrens könne der Ölverbrauch bei Automotoren um das Dreiviertelte gesenkt werden.

Leistung und Verbrauch von Motoren hängen wesentlich von der Struktur der Zylinderoberfläche ab. Grob gesagt: Je rauer die Oberfläche, desto mehr Reibung entsteht und desto mehr Energie wird benötigt. Das Forscherteam kann Zylinderoberflächen so mit UV-Lasern bearbeiten, dass kaum mehr Reibungsverluste auftreten.

Dem Technologietransfer sei Dank: Theorie und Praxis, Hochschule und Industrie ergänzten sich in diesem Fall ideal. Audi hat sich das Verfahren bereits für die Serienproduktion zu Eigen gemacht. Der neue Sechs-Zylinder-TDI-Motor läuft mit Know-how aus der Oberpfälzer Ideenschmiede. Seit Januar werden die Autos mit den neuen UV-Laser-Zylindern ausgerüstet. "Die Kombination von FH, ATZ-EVUS und Audi war der Schlüssel zum Erfolg", ist sich Emmel sicher. Andere Autohersteller haben ebenfalls Interesse signalisiert.

Hochkarätige Konkurrenz

Die Nominierung allein wertet Emmel bereits als große Auszeichnung für alle Beteiligten, besonders für die Fachhochschule Amberg-Weiden. Immerhin sind nur vier Forscherteams aus ganz Deutschland für den Preis vorgeschlagen. Die Konkurrenz kommt von der Technischen Universität München, von Carl Zeiss Jena und Siemens in Erlangen.

Das Kuratorium des Stifterverbandes Deutscher Zukunftspreis ist hochkarätig besetzt: Forschungsministerin Edelgard Bulmahn gehört dem Gremium an, Ex-Arbeitgeberpräsident Hans-Olaf Henkel, Konzern-Chef Arendt Oetker, Siemens-Chef Heinrich von Pierer und DaimlerChrysler-Manager Jürgen Schrempp. Die Preisvergabe ist für Donnerstag, 11. November, vorgesehen. (Siehe Information rechts oben)

Weitere Informationen im Internet:

www.deutscher-zukunftspreis.de

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