10.07.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Frankenberger Johannes Jobst (94) war dienstältester deutscher Oberhirte "Fliegender Bischof" gestorben

Bischof em. Johannes Jobst (94) stammte aus der Pfarreiengemeinschaft Altenthann-Brennberg-Frauenzell. Bild: Pfarreiengemeinschaft
von Agentur KNAProfil

Johannes Jobst, Pallottiner und früherer Missionsbischof, ist am Samstag im Alter von 94 Jahren in Patsch bei Innsbruck gestorben. Das teilte der Orden auf seiner Homepage mit. Der ehemalige Oberhirte im australischen Kimberley war der dienstälteste deutsche Bischof. Er erlebte den Beginn des Zweiten Vatikanischen Konzils 1962 in Rom mit. Die Ankündigung des Konzils 1959 durch Papst Johannes XXIII. und Jobsts Bischofsweihe lagen nur wenige Wochen auseinander.

Der 1920 im oberpfälzischen Frankenberg/Brennberg (Landkreis Regensburg) geborene Jobst trat kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs in die Gemeinschaft der Pallottiner ein. Dennoch musste er zum Kriegsdienst und nahm erst nach 1945 das Studium der Theologie wieder auf.

Diözese mit Cessna betreut

1950 folgte die Priesterweihe. Mit 39 Jahren wurde er zum Nachfolger des Apostolischen Vikars von Kimberley ernannt, einer Diözese mit einer Fläche von 773 000 Quadratkilometern. Um die Menschen besser zu erreichen, erwarb er die Fluglizenz für eine Cessna. Dies brachte ihm den Namen "Fliegender Bischof" ein. Jobst kämpfte mit Politikern gegen die Benachteiligung der Aborigines in den Missionsgebieten und erleichterte ihnen den Zugang zu Bildungseinrichtungen. Auch setzte er sich dafür ein, dass die Ureinwohner Wohnungsbeihilfen, Arbeitslosenunterstützung und Witwenrente bekamen. Auch integrierte der Pallottiner die Symbole und Riten der Aborigines in die katholische Liturgie.

Am 18. Juli feiert Bischof Rudolf Voderholzer für den aus dem Bistum Regensburg stammenden Jobst in der Pfarrkirche zu Frauenzell die Auferstehungsmesse. Danach findet die Beisetzung im Priestergrab der Gemeinde Brennberg statt.

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