Frankfurter Architekturbüro gewinnt Wettbewerb - Gewagtere Entwürfe haben das Nachsehen
Moderne Heimat für Museum

So sieht der Siegerentwurf für das Museum der Bayerischen Geschichte, das bis 2018 am Regensburger Donaumarkt entstehen soll, aus. Er stammt vom Architekturbüro Woerner und Partner aus Frankfurt am Main.

Für den spektakulärsten Entwurf hat sich die Jury nicht entschieden. Sondern für einen Bau, der nicht zu hoch, schlicht, modern ist - und sich in das Stadtbild am Donaumarkt einfügt. Am Samstagabend stellte Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP) den Siegerentwurf für das Museum der Bayerischen Geschichte in Regensburg vor.

Die Entscheidung war noch ganz frisch, als Heubisch vor Journalisten verkündete, dass das Architekturbüro Woerner und Partner aus Frankfurt es aus den 254 Vorschlägen auf den ersten Platz geschafft hatte. In den Stunden davor hatte das 15-köpfige Preisgericht - zu dem unter anderem Regierungspräsidentin Brigitta Brunner und der Weidener Architekt Karlheinz Beer gehörten - eine endgültige Reihenfolge unter den fünf Favoriten festgelegt. Heubisch zeigte sich beeindruckt von der Vielfalt und der Qualität der Entwürfe. "Ein Haus, das Geschichte in die Gegenwart transportiert, diese Idee hat die Architekten ganz offensichtlich beflügelt", sagte er. Die Entscheidung der Jury sei dennoch "sehr deutlich" gewesen. Heubisch zeigte sich optimistisch, dass der Woerner-Entwurf bis 2018 realisierbar ist und auch das Budget von 60 Millionen Euro eingehalten werden kann.

Unesco im Hinterkopf

Der erste Preis bedeute allerdings nicht, dass der Vorschlag eins zu eins umgesetzt wird, machte Heubisch deutlich. "Diskussionsbereiche bleiben vorhanden, damit wirklich alle unsere Vorstellungen untergebracht werden." In einem nächsten Schritt wird Heubisch dem Kabinett das Ergebnis des Architekturwettbewerbs vorstellen. Bevor ein Büro mit der Planung des Museums beauftragt wird, muss zudem das vorgegebene Vergabeverfahren abgeschlossen werden.
Für Oberbürgermeister Hans Schaidinger (CSU), ebenfalls Jurymitglied, stellte sich vor allem "die Frage der Akzeptanz im städtebaulichem Umkreis". Der Hintergrund: Beim Donaumarkt handelt es sich um ein sensibles Areal. Drei Mal hatten die Regensburger Bürger dort in der Vergangenheit den Bau einer Stadthalle verhindert. Der Siegerentwurf für das Bayern-Museum füge sich in die Stadtgestalt ein und repariere gleichzeitig einen derzeitigen "Unort", sagte Schaidinger. Auch zeigte er sich optimistisch, den Siegerentwurf der Unesco "positiv vermitteln zu können". Regensburg ist seit 2006 Unesco-Welterbestadt.

Unter den 254 eingereichten Vorschlägen waren durchaus gewagte Gebäude. Einige Entwürfe erinnerten an Sprungschanzen, Ufos oder Solitäre. Manche Büros nahmen sich aber auch historische Stadel-Formen zum Vorbild. Dr. Richard Loibl, als Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte verantwortlich für das Konzept des Bayern-Museums, freute sich über die "großzügigen Museumsräume", die der Siegerentwurf vorsieht. Außerdem öffne sich das Gebäude nach außen, was dem demokratischen Konzept des Museums entgegenkomme.

Alle Entwürfe im Überblick

Regensburg hatte sich gegen 2011 gegen 24 Mitbewerber als Standort für das Museum der Bayerischen Geschichte durchgesetzt. Das Museum soll 2018 zum 100-jährigen Jubiläum des Freistaats eröffnet werden. Alle 254 eingereichten Architektenentwürfe werden von 8. bis 24. Mai im ehemaligen Möbelhaus Wohnwelt Wagner in der Benzstraße 1 in Regensburg ausgestellt.
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