Für einen Betrunkenen - Scharia-Staatsanwalt wird aber korrigiert
Urteil: 80 Peitschenhiebe

Weil er einen Betrunkenen zu 80 Peitschenhieben verurteilte, muss sich ein ägyptischer Distriktstaatsanwalt seinerseits vor der Justiz verantworten.

Die Staatsanwaltschaft im oberägyptischen Gouvernement Minya habe die Vernehmung des betreffenden Beamten Hussein Anan angeordnet, meldete das Nachrichtenportal "Egypt Independent" (Dienstag). Anan, zuständig für die Strafverfolgung im Distrikt Matai, hatte die Auspeitschung eines Mannes befohlen, der alkoholisiert und mit 25 Gramm Haschisch festgenommen worden war.

Dem Bericht zufolge setzte die Staatsanwaltschaft den Strafvollzug aus und verfügte die Freilassung des Beschuldigten. Ein Justizaufsichtsbeamter nannte die geplante Sanktion laut der Zeitung ein Verbrechen gegen einen Bürger. Der Strafverfolger hätte den Mann lediglich in Haft nehmen dürfen. Stattdessen habe er das Scharia-Recht angewendet; dies sei jedoch nur im Rahmen des Gesetzes und nur aufgrund eines richterlichen Urteils möglich.

Die hauptsächlich von islamistischen Delegierten erarbeitete und im November 2012 angenommene ägyptische Verfassung benennt die Prinzipien des islamischen Religionsrechts als Hauptquelle der Rechtsprechung.
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