19.11.2010 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Galerie-Tour durch Regensburg, Teil 1: Fünf Meister der Theater-Illustration in der Galerie ... Ach, wie theatralisch sind Galeristen-Herzen

von Jürgen Herda Kontakt Profil

Ich bin für Vielfalt", marschiert Altgalerist Ludwig Hammer voraus zu den jungen Kollegen am Fischmarkt. "Wir sind sieben Galerien im Galerienverband", ergänzt er. "Man braucht auch internationale Künstler, um Sammler aus der ganzen Oberpfalz anzusprechen." Was für Hammer die Beauvoir ist, das soll bei Wolf Erdel und Antonia Kienberger ein dramatisches Sujet richten: Seit Sommer locken sie mit der Theatrale 2010 Schauspiel begeisterte Kunstfreunde an die Donau.

Der promovierte Wirtschaftsinformatiker und Geograph finanziert mit einer Unternehmensberatung seine Herzensangelegenheit: "Ich mach das hier seit fünf Jahren", grinst der gastfreundliche Hausherr, " zehn Jahre gebe ich mir."

Literaturwissenschaftlerin Kienberger stieß etwas später zur "Kunst-WG" hinzu: Ihre Promotion über spanische Gegenwartliteratur hat sie in eine Agentur überführt, mit der sie unbekannte spanische Autoren an deutsche Verlage vermitteln möchte. Das Markenzeichen der beiden: profunde Vielseitigkeit.

Netzwerkende Akademiker

Die Kunst liebhabende Zahnarztgattin war gestern, die Galeristen von heute sind netzwerkende Akademiker. "Ich verstehe meinen Job nicht als Kunstverkäufer", erklärt Erdel, "sondern als Zusammenarbeit mit einem langsam wachsenden Stamm von Künstlern". Marketing gehöre natürlich dazu, auch die Pressearbeit: "Wir beschreiten einen gemeinsamen Weg, damit die Arbeiten nicht ungesehen bleiben."

"Mit der Theatrale wollten wir endlich einmal auch über die Region hinaus zielen", verrät die Literaturexpertin ihre Motivation für die neue Akzentuierung. "Wir haben rund um das Thema Theater einen Komplex mit fünf Leuten aufgebaut." Die Reihe begann im August mit dem "Weltentheater" der italienischen Künstlerin Ornella Reni. Im September folgte ein Querschnitt aus dem Theaterschaffen Volker Pfüllers - mit Illustrationen, Plakaten, Bühnenbildern und Kostümentwürfen.

"Das Theater leuchtete"

"Scharf geschnitten" sind die Illustrationen der Bühnenbildnerin Susanna Harhausen (12. November bis 7. Januar 2011), die 20 Jahre am Regensburger Stadttheater szenische Ideen entwickelte. Arbeiten aus dem Nachlass von Emil Pirchan zeigt die Ausstellung "Das Theater leuchtete" (14. Januar bis 20. Februar 2011). Tilo Ettl knüpft mit der Ausstellung "Monologe-Dialoge" ab dem 16. Januar bis 12. März 2011 im Restaurant Leerer Beutel an theatrale Konzepte an.

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