GDL rechnet mit Behinderungen
Lokführer-Warnstreik zum Feierabend

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Berufspendler und Fernreisende könnten am Montagabend in Bayern von Warnstreiks bei der Bahn betroffen sein. Von 18 bis 21 Uhr wollen Lokführer die Arbeit niederlegen.

München. (dpa/lby) Ein bundesweiter Warnstreik der Lokführer am Montagabend könnte auch in Bayern zu Zugausfällen und Verspätungen führen. Von 18 bis 21 Uhr sind die Lokführer dazu aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen. Die Fahrgäste müssten sich auf Beeinträchtigungen im Nah- und Fernverkehr einstellen, sagte der Bezirksvorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Uwe Böhm, am Montag der Nachrichtenagentur dpa. Ein Schwerpunkt der Aktionen könnte der S-Bahnverkehr in München sein. Wie viele Mitarbeiter sich beteiligen, könne Böhm derzeit nicht sagen.

Die GDL will mit dem Ausstand Bewegung in stockende Tarifverhandlungen bringen und die Bahn vor allem im Güterverkehr treffen. Aufgerufen sind auch Lokrangierführer und Zugbegleiter. Regionale Schwerpunkte gebe es nicht, hieß es. Die GDL lehnte am Montag ein neues Angebot der Deutschen Bahn ab und drohte mit weiteren Warnstreiks. Konkrete Ankündigungen gab es aber zunächst nicht.

Die Bahn hatte der Gewerkschaft vage und widersprüchliche Informationen über das Ausmaß des Arbeitskampfes vorgeworfen. Betroffene könnten sich ihre Fahrscheine kostenlos erstatten lassen.
Die bislang letzte Verhandlungsrunde mit den Lokführern ging am 20. August ergebnislos zu Ende, ohne dass ein neuer Termin vereinbart wurde. GDL-Chef Claus Weselsky warf der Bahn vor, den Warnstreik provoziert zu haben, indem sie seine Gewerkschaft in eine Kooperation mit der anderen Bahn-Gewerkschaft EVG drängen wolle.

Die GDL hatte nicht nur für die rund 20.000 Lokführer, sondern auch für 17 000 andere Beschäftigte des Zugpersonals Forderungen erhoben, für die bisher die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) verhandelte. Die GDL verlangt für sie alle fünf Prozent mehr Geld und eine um zwei Stunden verkürzte Wochenarbeitszeit.