18.03.2008 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Gebürtiger Schwandorfer entwickelt im Auftrag der EU Methoden für Fremdsprachen-Unterricht Sprachkompetenz aus der Oberpfalz

Da soll noch mal einer die Sprachkompetenz der Oberpfälzer anzweifeln: Die Europäische Union hat einen gebürtigen Schwandorfer damit beauftragt, an der Aufdröselung des europäischen Sprachenwirrwarrs zu arbeiten. Dr. Josef Meier (54) erstellt

Dr. Theo Waigel (links) ist Schirmherr für das Forschungsprojekt, das der in Schwandorf geborene Dr. Josef Meier (rechts) leitet. Bild: nt/az
von Uli Piehler Kontakt Profil

für die EU eine Studie über "stressreduziertes Fremdsprachenlernen". 800 000 Euro stellt die EU für das Projekt zur Verfügung - der Höchstbetrag, der für solche Forschungsarbeiten zur Verfügung gestellt wird. Von 41 Förderanträgen von Wissenschaftlern aus ganz Europa seien nur vier ausgewählt worden, erklärte Meier. Der Clou an seinem Ansatz: Schüler, Studenten und Lehrer sollen sich den europäischen Fremdsprachen vor allem mit mentalen Techniken annähern.

Entspannt lernen

Der 54-jährige Wahl-Schwabe geht den Lernprozess aus ganzheitlicher Sicht an. Zu den innovativen Lehr- und Lernmethoden gehören vor allem Entspannungstechniken, die eine angenehme, gewinnbringende Lernsituation schaffen. Auch spielen der Typ jedes Einzelnen und seine persönliche Leistungsbereitschaft eine Rolle. Selbstständiges und über moderne Kommunikationsmittel vernetztes Lernen ist dem Wissenschaftler wichtig.

"Den Schülern soll bewusst gemacht werden, dass das Erlernen einer Sprache keine Schwerarbeit sein muss, sondern dass es auch Spaß machen kann, wenn man die richtigen Lernwege kennt", sagt Meier. "Solange die Schüler der Auffassung sind, sie hätten Schwierigkeiten beim Lernen, ist effizientes Lernen nicht möglich."

Nun leitet Meier eine Expertengruppe, die sich aus Vertretern von 16 Ländern zusammensetzt. Die Arbeitssprache des Gremiums ist Englisch. Zwei Mal pro Jahr diskutieren die Fachleute die erarbeiteten Ergebnisse. Die Fremdsprachenförderung ist nicht nur der Europäischen Union ein großes Anliegen. Auch mehrere Großkonzerne, wie etwa BMW, MAN oder Apple, unterstützen das zunächst bis 2009 angelegte Forschungsprojekt. Politische Unterstützung kommt vom ehemaligen CSU-Vorsitzenden und Ex-Bundesfinanzminister Theo Waigel. Er hat die Schirmherrschaft übernommen.

Den Doktorvater beerbt

Meier ist in Schwandorf geboren. Seine Eltern leben in Ensdorf (Landkreis Amberg-Sulzbach). Nach seinem Sprachenstudium an der Universität Regensburg zog er nach Augsburg um, arbeitete 27 Jahre lang als Lehrer. Seinen Doktortitel erwarb er bei einem Promotionsstudium an der Universität Augsburg. 2002 übernahm er die Stelle seines Doktorvaters am Lehrstuhl für Didaktik der englischen Sprache und Literatur.

Weitere Informationen im Internet:

www.lte-projekt.de

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