Gericht spricht ausgebeuteten Arbeitern Entschädigung von 240 Millionen Dollar zu
Millionen für versklavte Behinderte

Wegen jahrelanger Ausbeutung am Arbeitsplatz hat ein US-Gericht 32 geistig Behinderten je 7,5 Millionen Dollar (rund 5,7 Millionen Euro) zugesprochen. Die Männer hatten in einer Fleischverarbeitungsfabrik im Ort Atalissa im Bundesstaat Iowa gearbeitet. Der Besitzer hatte ihnen einen Stundenlohn von 41 Cent gezahlt und sie in einer insektenbefallenen, verschimmelten, alten Baracke untergebracht, wie die Online-Ausgabe des Lokalzeitung "Quad City Times" am Donnerstag berichtete. Gegen den Mann hatte die US-Bundesbehörde gegen Diskriminierung am Arbeitsplatz (EEOC) geklagt. Der Besitzer habe die Arbeiter "wie Eigentum behandelt", sagte EEOC-Anwalt Robert Caninio nach der Verkündung des 240-Millionen-Dollar-Urteils in Iowa City der Tageszeitung "USA Today" am Mittwoch. Das Unternehmen habe den Mitarbeitern Behinderten-Dienste, die Krankenversicherung und auch den Zugang zur regierungsfinanzierten medizinischen Hilfe Medicaid verwehrt. Viele der Betroffenen seien daher jahrelang nicht beim Arzt oder Zahnarzt gewesen. Der Besitzer bestreitet einen Großteil der Vorwürfe und kündigte an, Berufung einzulegen. Der heute 72-Jährige soll laut "USA Today" über einen Zeitraum mehr als 40 Jahren rund 1500 behinderte Männer zum Arbeiten von seiner Firmenzentrale in Texas in seine Betriebe in verschiedenen Bundesstaaten vermittelt haben.

In Atalissa (Iowa) wurde der Betrieb 2009 eingestellt, nachdem Aufsichtsbehörden den Zustand innerhalb der Schlafbaracke bemängelt und festgestellt hatten, dass dem Unternehmen eine Lizenz zur Betreuung behinderter Erwachsener fehlt.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.