Gewerbeauskunft-Zentrale wildert in der Oberpfalz
Derbe Abzocke

So sehen die Schreiben der Gewerbeauskunft-Zentrale aus: Am besten in die Papiertonne damit, empfiehlt die IHK. Bild: tss
Das Schreiben der Gewerbeauskunft-Zentrale (GWE) sieht seriös und professionell aus. Gegen einen Jahresbeitrag von 569,06 Euro werde das jeweilige Unternehmen oder die Behörde in einer Gewerbedatenbank aufgelistet. So weit, so schlecht: Bei der GWE handelt sich nämlich um eine reine Abzock-Firma aus Düsseldorf.

Susanne Kroiß von den IHK Niederbayern/Oberpfalz erhält täglich Anrufe von besorgten Mitgliedern. Fast 90 Hinweise seien allein in diesem Jahr bei ihr eingegangen. Seit zwei Jahren verschickt die GWE bundesweit ihre Werbung. Die meisten der Anrufer hätten in dem Glauben, es handliche sich um ein behördliches Papier oder ein kostenloses Angebot, unterschrieben. Darauf geht die Maschinerie der Abzocker erst richtig los: Bei Nichtzahlung erfolgen permanente Mahnungen und Drohungen mit dem Anwalt.

Die IHK rät dringend zu einer sofortigen Anfechtung des Vertrages. Die Unternehmen hätten "überhaupt nichts" vom GWE-Eintrag. Es handle sich um eine Briefkastenfirma, der Interneteintrag sei völlig überflüssig. Susanne Kroiß: "Die Taktik des GWE lautet: Leute zermürben."
Die Formulare der GWE treffen in der Regel per Fax oder Brief ein. Wer unterschreibt und nicht zahlt, wird oft monatelang mit zahllosen Mahn- und Drohschreiben eines Inkassobüros oder verschiedener Rechtsanwälte traktiert. Der Deutsche Schutzverband gegen Wirtschaftskriminalität klagte nach Auskunft der IHK vor dem Landgericht und Oberlandesgericht Düsseldorf gegen die GWE und bekam Recht.

Diese Urteile bestätigte der Bundesgerichtshof, indem er die Nichtzulassungsbeschwerde der GWE zurückwies. Doch dem Treiben der Abzocker ist damit nicht Einhalt geboten worden, die Angebote werden weiter verschickt.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.ihk-regensburg.de
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