Gewerkschaft und Faurecia-Führung einigen sich auf Eckpunkte für den Sozialplan
Kündigungen im September

96 Faurecia-Mitarbeiter müssen gehen. Eine Reihe hat sich bereits selbst eine neue Stelle gesucht. Der Rest wird wohl im September das Kündigungsschreiben erhalten. Archivbild: do
Trabitz. (wüw) Nach zähen Verhandlungen haben sich IG Metall und Betriebsrat mit der Faurecia-Geschäftsführung auf Eckpunkte für einen Sozialplan geeinigt. Der Plan selbst soll in den nächsten Wochen formuliert werden. Vermutlich erhalten die Betroffenen dann im September die Kündigungen.

Unangenehm ruhig war es in den Wochen, seit das Unternehmen im Mai die Entlassung von 96 Mitarbeitern angekündigt hat. Ruhig war es allerdings nur nach außen. Intern liefen harte Verhandlungsrunden. Zum letzten Mal trafen sich beide Seiten am Dienstag. Nachdem sie sich den ganzen Tag gegenübergesessen hatten, gab es am Abend die Einigung, bestätigt IG-Metall-Bevollmächtigter Udo Fechtner am Mittwochmorgen. Die ausgehandelten Eckpunkte regeln, wie die von der Kündigung betroffenen Mitarbeiter abgefunden werden.

75 bis 80 Kündigungen

Fechtner rechnet damit, dass Sozialplan und Interessenausgleich bis September ausformuliert und unterschrieben sind. Erst dann kann Faurecia die Kündigungen verschicken. Laut Fechtner sollen 75 bis 80 Kündigungsschreiben rausgehen. "Etwa 15 bis 20 Beschäftigte haben sich inzwischen selbst eine neue Stelle gesucht."

Geeinigt haben sich beide Seiten auch auf die Kriterien der Sozialauswahl. "Es klingt makaber, aber dabei wird mit einem Punktesystem gearbeitet", sagt Fechtner. Punkte gibt es dabei unter anderem für das Lebensalter, die Betriebszugehörigkeit, den Familienstand und den Grad der Behinderung. Wer am wenigsten Punkte erreicht, dem wird gekündigt, bis die vorgegebene Zahl der Entlassungen erreicht ist.

Solidarisch und geschlossen

Zu den konkreten Konditionen wollte sich Fechtner nicht äußern. Allerdings ließ er durchblicken, dass die Einigung für das Unternehmen wohl nicht billig war. "Ich möchte nicht sagen, dass ich zufrieden bin, denn die Kündigung konnten wir nicht verhindern. Aber wir haben für die Betroffenen doch einiges rausholen können."

Dieser Erfolg sei auch der Belegschaft zu verdanken, die in den letzten Wochen solidarisch und geschlossen aufgetreten sei. "Die Beschäftigen haben gemeinsam viele Aktionen im Betrieb organisiert." Dies habe der Geschäftsführung gezeigt, dass es der Belegschaft ernst ist, sie auch zum Arbeitskampf bereit wäre.

Für den Bestand des Standorts wertete Fechtner das Ergebnis als Erfolg. Je teurer die Entlassungen für das Unternehmen sind, desto genauer werde es sich weitere Kündigungen oder gar die Schließung des Trabitzer Werks überlegen.
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