19.02.2004 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Gletscherbahn-Unglück von Kaprun: Heute Urteilsverkündung in Salzburg Wagner: Signal für Zivilprozess

von Uli Piehler Kontakt Profil

Mehr als drei Jahre nach der Gletscherbahn-Katastrophe von Kaprun soll heute in Salzburg das Urteil im Strafprozess gegen 16 Beschuldigte verkündet werden. Bei dem Unglück mit 155 Toten kamen 20 Personen aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach, die meisten davon aus Vilseck, ums Leben.

Der ehemalige Landrat des Landkreises Amberg-Sulzbach, Dr. Hans Wagner, ist Vorsitzender der Kaprun-Stiftung, die sich um die Hinterbliebenen der Katastrophe im Kreis Amberg-Sulzbach kümmert. "Zur Zeit stehen zwischen 1,5 und zwei Millionen Euro zur Verfügung", sagt Wagner. Das Geld soll sukzessive vor allem den Kindern der Opfer zugute kommen. "Wir gewähren nach und nach Zuschüsse, bis auch das jüngste der Kinder das Gröbste hinter sich hat - und das ist jetzt fünf Jahre alt."

Wagner erwartet in dem heutigen Urteil eine Antwort darauf, warum die Betreiber so viele Menschen in die Gletscherbahn einsteigen ließen und wer für die Überfüllung verantwortlich ist. Zweitens gehe es darum, wie und wodurch der Brand entstehen konnte. "Wenn es bei dem Strafprozess zu einem Freispruch kommt - und das befürchte ich fast - dann wäre das kein gutes Zeichen für den anstehenden Zivilprozess", erklärt der promovierte Jurist.

Die Verteidigung plädiert auf Freispruch. Sie geht von einer Verkettung unglücklicher Umstände aus. Die Beschuldigten hätten alle Bestimmungen eingehalten. Die Staatsanwaltschaft hält an der Anklageschrift fest. Die Betreibergesellschaft, die Herstellerfirmen, sowie die Überwachungsbehörden hätten die Möglichkeit eines Brandes nie ausschließen dürfen.

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