Großkonreuther Blasmusik beschenkt Zuhörer zum 130. Jubiläum mit sinfonischen Konzerten
Einsätze von filigran bis voluminös

Das Publikum im vollen Saal sparte nicht mit Applaus.

Seit 130 Jahren verbreitet die Großkonreuther Blasmusik gute Stimmung und liefert zu jedem Anlass die passende Musik. Ob kirchliche oder gemeindliche Veranstaltungen, Vereinsfeste, Faschingszüge, private Jubiläen, Beerdigungen oder Geburtstage, die Musiker sind immer zur Stelle, wenn sie gebraucht werden. Ein großes Anliegen ist es der Kapelle deshalb, ihr Gründungsjubiläum mit der Bevölkerung zu feiern.

Den Auftakt der Feierlichkeiten bildeten zwei Jubiläumskonzerte, die für Begeisterung sorgten. Das sinfonische Blasorchester mit Dirigent Markus Werner an der Spitze erhielt Unterstützung von der Mitterteicher Stadtkapelle, mit der es schon länger eine Zusammenarbeit gibt, sowie zahlreichen Musikern aus nah und fern. 60 Akteure bildeten die beeindruckende Kulisse auf der eigens für diese Konzerte gebauten Bühne im St. Martinsheim und sorgten für ein besonderes Programm.

Freude an der Musik

Am Samstagabend und Sonntagnachmittag mussten sogar noch Stühle herangeschafft werden, damit alle einen Sitzplatz fanden. Wolfram Strehl übernahm die Moderation der Konzerte, bei denen klassische Musik ebenso zu hören war wie Filmmusik und absolute Kultlieder. Im Gründungsjahr 1883 lebte Märchenkönig Ludwig II. noch und Bismarck war Kanzler, erinnerte Strehl. Die Blaskapelle sei aus Freude an der Musik entstanden. "Seit der Intensivierung der Jugendarbeit erlebt die Kapelle einen großen Aufschwung. Die viele Arbeit und die vielen Proben haben sich gelohnt", hatte der Moderator nicht zu viel versprochen. Schon in der Pause hörte man Kommentare wie "super", "wunderbar" oder "das war das Beste, was ich bisher in Griesbach gehört habe".

Zu den Hobbits

Im ersten Teil präsentierten die Musiker "Bist du bei mir", einen Choral von Annalena Bach, der Frau von Johann Sebastian Bach, als Rückblick auf 130 Jahre. "Mission" von Ennio Morricone bot bekannte Filmmusik aus den 1980-er Jahren und erinnerte an Priester Gabriel, der erst mit einer Oboe von den Naturvölkern angehört wurde. "Imagasy" von Thiemo Kraas, einem der bedeutendsten neuen deutschen Komponisten, war ein kontrastreiches Musikstück mit wunderbaren Soli, zarter Filigranität und voluminösen Einsätzen, das für "Gänsehaut-Momente" sorgte. Die Musiker begeisterten mit ihrer instrumentalen Vielseitigkeit.

Die spanische Ouvertüre "Alcazar" entführte mit schnellen Passagen, Kastagnetten und der Erinnerung an Flamenco-Rhythmen in den Süden. Dann ging die musikalische Reise weiter in das geheimnisvolle Land Mittelerde, ins Auenland zu Frodo und Gandalf. "Hobbits", die Symphony No. 1 aus "Herr der Ringe" von Johan de Meij, wurde als sinfonisches Werk entwickelt, das die fünf wichtigsten Figuren dieses 1955 erschienenen Buches musikalisch illustriert. Ein preisgekröntes Werk, das in Griesbach hervorragend umgesetzt wurde.

Frühlingsklänge

"Sound of Spring" von Fritz Neuböck erinnerte an den Klang und an den Duft des Frühlings. Der 1965 geborene Österreicher prägte dieses Stück mit jugendlichem Schwung. Die klanglichen Möglichkeiten des Blasorchesters wurden dabei bestens herausgestellt.

"Diamonds are Forever"

Im zweiten Teil ging es weiter mit einem Fernsehlieder-Medley unter dem Titel "TV-Kultabend". "The World is not Enough", "Diamonds are Forever" und "Ross Roy" rundeten den bunten musikalischen Blumenstrauß von klassisch bis modern ab. Am Ende gab es tosenden Applaus für die grandiose Leistung der "Projektkapelle".

Mit einem kleinen Geschenk bedankte sich Dirigent Markus Werner bei Hausherrn Pfarrer Charles Ifemeje für die Nutzung des Saals. Der Geistliche bedankte sich seinerseits bei der Blaskapelle für ihren Einsatz in den beiden Pfarrgemeinden und weit darüber hinaus. Bürgermeister Josef Schmidkonz sprach den Musikern größte Anerkennung für die sinfonischen Konzerte aus. Seit 130 Jahren bereichere die Blaskapelle unzählige Veranstaltungen.
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