Haftstrafen in Anabolikaprozess zwischen einem und sechs Jahren
"Ein Viertel Strafrabatt beschert"

Für den Handel mit Anabolika hat das Landgericht Nürnberg-Fürth fünf Angeklagte zu Haftstrafen zwischen einem und knapp sechs Jahren verurteilt. Die höchste Strafe erhielt am Donnerstag der 41 Jahre alte Rädelsführer der Gruppe, der seit zwölf Jahren mit illegalen Medikamenten für Bodybuilder gehandelt hat. Nach Erkenntnissen des Gerichts schmuggelte er in den vergangenen vier Jahren Tabletten im Wert von 360 000 Euro sowie Ampullen im Wert von 25 000 Euro aus Ungarn nach Deutschland.

Drei weitere Angeklagte - einer davon Betreiber eines Fitnessstudios - verkauften die Ware dann weiter. Die niedrigste Strafe bekam ein 33-Jähriger, der die Medikamente lediglich selbst konsumierte, aber nicht weiterverkaufte. Seine einjährige Haftstrafe wurde deshalb zur Bewährung ausgesetzt.

Dass alle Angeklagten gestanden hätten, habe ihnen "ein Viertel Strafrabatt beschert", sagte der Richter in seiner Urteilsverkündung. Der Fall sei der größte Anabolikaprozess, mit dem sich seine Kammer je befasst habe. Der Jurist wies auf die Absurdität des Sport-Dopings hin: "Die Leute nehmen Anabolika, damit ihre Muskeln wachsen. Dadurch schrumpfen die Hoden und sie schlucken Viagra, wodurch ihnen Brüste wachsen. Und das soll dann toll sein?"
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