Heftige Gefechte halten an - Separatisten schießen Kampfflugzeuge ab
Ukraine: Krisentreffen soll Waffenruhe anbahnen

Die Außenminister (von links) Russlands, Frankreichs, der Ukraine und Deutschlands, Sergej Lawrow, Laurent Fabius, Pawel Klimkin und Frank-Walter Steinmeier sprachen am Sonntag über die Lage in der Ukraine. Bild: dpa

Die prorussischen Separatisten in der Ostukraine haben ein Kampfflugzeug vom Typ Mig-29 abgeschossen. Der Pilot habe sich per Schleudersitz retten können, sagte ein Militärsprecher. Die Aufständischen berichteten zudem vom Abschuss eines Jagdbombers vom Typ Suchoi Su-25, dessen Pilot sich ebenfalls gerettet habe.

Auch am Boden tobten am Sonntag weiter heftige Gefechte zwischen Armee und Aufständischen. Dabei gab es nach unbestätigten Berichten der Bürgerkriegsparteien Dutzende Tote. Aufständische haben in den vergangenen Monaten mehrmals Flugzeuge sowie Hubschrauber und Transportflugzeuge zerstört. Die Regierung wirft den Separatisten auch vor, vor einem Monat die malaysische Boeing 777-200 mit einer Rakete abgeschossen zu haben. Dabei waren alle 298 Insassen umgekommen.

Ein Krisentreffen der Außenminister am Sonntagabend in Berlin sollte den Kreislauf der Gewalt durchbrechen. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sagte, sein Ziel sei ein Fahrplan "hin zu einer nachhaltigen Waffenruhe und ein Rahmen für effektive Grenzkontrollen". Mit am Tisch sitzen die Außenminister der Ukraine und Russlands, Pawel Klimkin und Sergej Lawrow, sowie ihr französischer Kollege Laurent Fabius.

Klimkin bat vorab die EU und die Nato um militärische Hilfe. Ständig sickerten Kämpfer und Kriegsgerät aus dem Nachbarland ein, beklagte er. Die Separatisten bestätigen selbst, Unterstützung aus Russland erhalten zu haben. 30 Panzer sowie 1200 auf russischem Gebiet ausgebildete Kämpfer seien zur Verstärkung gekommen, verkündete ihr Anführer Andrej Sachartschenko. Die russische Führung bestritt hingegen erneut eine direkte Beteiligung am Konflikt.

Im Streit um humanitäre Unterstützung für die Ostukraine erkannte die Führung in Kiew den seit Tagen anrollenden russischen Konvoi mit 280 Lkw offiziell als Hilfslieferung an. Sozialministerin Ljudmila Denissowa bestätigte dem Internationalen Roten Kreuz, dass die Lastwagen insgesamt fast 2000 Tonnen Lebensmittel, Schlafsäcke und Generatoren transportieren. Die Lastwagen standen am Sonntag zunächst zum Großteil weiter etwa 30 Kilometer vor der Grenze bei Kamensk-Schachtinski. 16 der Fahrzeuge erreichten den Übergang Donezk/Iswarino und wurden dort geparkt. (Seite 8)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.