23.08.2007 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Hofer Gericht lässt Vorwurf des 232-fachen Betrugs fallen - 72-Jähriger "nur" wegen Untreue ... Bewährung für Ex-Bankier Schmidt

Mildes Urteil für den ehemaligen Chef der SchmidtBank, Karl Gerhard Schmidt (72): Wegen Untreue verurteilte das Landgericht Hof den Ex-Bankier am Mittwoch zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung und einer Geldzahlung von 250 000 Euro. Den Vorwurf des 232-fachen Betrugs ließ das Gericht fallen.

Er hoffte auf Freispruch: Ex-Bankchef Karl Gerhard Schmidt (72) auf der Anklagebank vor dem Landgericht Hof. Zehn Monate dauerte der Prozess wegen Untreue und Betrugs gegen ihn. Bild: Piehler
von Uli Piehler Kontakt Profil

Schmidt hatte im November 2001 im Alleingang einen Kredit über 31,5 Millionen Euro an eine Beteiligungsgesellschaft der SchmidtBank ausbezahlt, obwohl dessen Rückzahlung unsicher war. Mit dem Geld kaufte die Tochterfirma vier Wochen vor dem Zusammenbruch eigene Aktien zurück.

Dagegen sah das Gericht es nicht als erwiesen an, dass der frühere Bankier noch im Herbst 2001 Aktien seiner Bank im Wert von 2,5 Millionen Euro als Altersvorsorge an Kleinanleger verkauft habe, obwohl er von der Schieflage der Bank wusste. "Dem Angeklagten war zwar klar, dass die Lage prekär war. Er konnte aber bis zuletzt davon ausgehen, dass eine Rettung möglich ist", hieß es in der Urteilsbegründung.

Die Staatsanwaltschaft hatte drei Jahre Haft für den Angeklagten gefordert. Die Verteidigung wollte dagegen einen Freispruch erreichen. Schmidt zeigte sich zwar erleichtert darüber, dass er vom Betrugsvorwurf freigesprochen wurde. Möglicherweise will er aber Revision beantragen. "Den Vorwurf der Untreue lasse ich nicht auf mir sitzen", sagte er nach der Urteilsverkündung.

Die SchmidtBank war von einem Konsortium deutscher Großbanken im November 2001 mit einer Zahlung von mehr als einer Milliarde Euro aufgefangen worden. Das Filialgeschäft übernahm später die Commerzbank.

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