"Ich habe in die Hölle geschossen"
Aus aller Welt

Moskau.(dpa) Nach dem Blutbad mit sechs Toten in der russischen Großstadt Belgorod hat der mutmaßliche Todesschütze die Aussage verweigert. Der 31-Jährige berufe sich auf die Verfassung, wonach er nicht gegen sich selbst aussagen müsse, teilten die Behörden am Mittwoch mit. Der Mann hatte bei seiner Festnahme am späten Dienstagabend einen 42 Jahre alten Polizisten mit Messerstichen schwer verletzt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem mehrfach Vorbestraften vor, am Montag sechs Menschen im Zentrum der Stadt erschossen zu haben.

Der gerade aus dem Gefängnis Entlassene hatte nach Darstellung der Ermittler ein Waffengeschäft in Belgorod rund 570 Kilometer südlich von Moskau überfallen. In dem Laden soll er zuerst drei Männer erschossen haben. Dann habe er auf der Flucht noch einen Passanten sowie zwei Mädchen im Alter von 14 und 16 Jahren getötet. An der mehr als 30-stündigen Jagd auf den Verdächtigen waren etwa 2000 Sicherheitskräfte beteiligt. Einen Satz, der auf psychische Probleme hindeuten könnte, sagte der Mann bei seiner Festnahme. "Ich habe nicht auf Kinder geschossen. Ich schoss nur in die Hölle", zitierten Polizisten den Mann. Zuvor hatte auch seine Mutter gesagt, dass ihr Sohn unkontrollierbar sei.
Das Boulevard-Internetportal lifenews.ru berichtete Augenzeugen zufolge, dass der Mann Amok gelaufen sei, weil er sich von seinen Mitmenschen beleidigt gefühlt habe. Er soll sich zwei Gewehre und eine Pistole aus dem Waffenschrank seines Vaters, eines Jägers, geholt haben und dann in die Stadt gefahren sein, um sich an denen zu rächen, die ihn verspottet hätten.

H7N9 breitet sich nach Taiwan aus

Peking.(dpa) Die neue Vogelgrippe H7N9 hat sich von China nach Taiwan ausgebreitet. Die taiwanesische Gesundheitsbehörde diagnostizierten am Mittwoch den Erreger bei einem 53-Jährigen, der zuvor in der chinesischen Provinz Jiangsu gearbeitet hatte. Bislang war das Virus nur bei Patienten in China festgestellt worden. Nach Behördenangaben sind bisher in China 22 Menschen an dem Erreger gestorben, mehr als 100 wurden infiziert.

Kuchen ins All transportiert

Moskau.(dpa) Nachschub für die Internationale Raumstation ISS: Russland hat einen unbemannten Raumfrachter mit mehr als 2,4 Tonnen Treibstoff, Nahrungsmitteln und privater Post ins All geschossen. Auf Wunsch russischer ISS-Crewmitglieder befindet sich auch ein Kuchen für das orthodoxe Osterfest am 5. Mai an Bord der Progress M-19M. Die Sojus-Trägerrakete habe um 12.12 Uhr MESZ vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan abgehoben, teilte die Flugleitzentrale bei Moskau mit.
Allerdings habe sich kurz nach dem Start eine Antenne nicht wie geplant geöffnet, sagte Witali Lopota vom Raketenbauer Energija der Agentur Interfax zufolge. Das für diesen Freitag geplante Ankoppeln an der ISS sei jedoch nicht gefährdet. "Wir hatten solche Fälle schon und werden versuchen, die Antenne von der Leitzentrale aus per Funk vollständig zu öffnen", sagte er. Auf der ISS in rund 400 Kilometer Höhe arbeiten derzeit drei Russen, zwei Amerikaner und ein Kanadier.
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