12.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Im hessischen Kurort Bad Schwalbach große Schäden nach Unwettern Tornado zerstört Idylle

Gewaltige Sommerunwetter haben in der Nacht auf Montag in Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Teilen Bayerns große Schäden angerichtet. Im hessischen Bad Schwalbach im Taunus wurde am Sonntagabend der Kurpark verwüstet. Experten des Deutschen Wetterdiensts (DWD) gingen davon aus, dass ein Tornado oder sogenannte Fallwindböen die Schäden verursachten.

Der Inhaber des Hotels am Park, Josef Grimm, steht in Bad Schwalbach vor seinem teilweise zerstörten Hotel. Eine starke Windhose war über den Kurort und das Hotel hinweggefegt. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

Rettungskräfte versuchten am Montag, die wichtigsten Wege und Verkehrsverbindungen nach Bad Schwalbach freizubekommen. Mit den Aufräumarbeiten im Kurpark werde erst in den kommenden Tagen begonnen, sagte eine Stadtsprecherin. Der Park blieb aus Sicherheitsgründen noch gesperrt. Auf dem Gelände hatten die Rettungskräfte mit zwei Hundestaffeln bis tief in die Nacht nach einer vermissten Frau gesucht. Erst kurz vor Mitternacht wurde sie unverletzt gefunden.

Ob Tornado oder Fallwindböen: Beide seien mit plötzlichen Windgeschwindigkeiten von mehr als 200 Kilometern in der Stunde verbunden, sagte Andreas Friedrich, der DWD-Tornado-Beauftragte. Während bei Tornados eine schnell rotierende Luftsäule bis zur Erde entstehe, bilde sich bei Fallwinden sekundenschnell ein starker Sturm in eine Richtung. Jedes Jahr gibt es laut Friedrich 20 bis 60 nachgewiesene Tornados in Deutschland. Schwer getroffen haben die Unwetter ein Hotel: Ein Baum war auf das Dach gestürzt. "In 30 Sekunden war alles platt", schilderte der Besitzer die Situation. "So etwas habe ich noch nie erlebt." Er schätzt seinen Schaden auf bis zu 400 000 Euro. Die Gäste kamen zunächst in andere Unterkünfte.

Am schwersten betroffen war Nordbaden. Allein in Mannheim musste die Feuerwehr mehr als 90 Mal ausrücken. In Münsingen bei Reutlingen konnten rund 4500 Jugendliche nach einer Nacht in Schulen und Turnhallen am Montag wieder in ihr Zeltlager.

Kein Strom

Wegen Windböen, die örtlich bis zu 100 Kilometer pro Stunde erreichten, blockierten umgestürzte Bäume Straßen in Rheinland-Pfalz. Ludwigshafen forderte die Bürger am Montag dazu auf, städtische Grünanlagen und Friedhöfe vorerst nicht zu betreten. Bei Landau waren etwa 5000 Menschen in mehreren Orten zeitweilig ohne Strom, nachdem Strommasten umgeknickt waren. Auch in Bayern wüteten die Unwetter. Vor allem in Mittel- und Unterfranken mussten die Feuerwehren immer wieder wegen umgestürzter Bäume, abgebrochener Äste oder überschwemmter Straßen ausrücken.

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