Immer mehr branchenspezifische Regelungen in Deutschland - Friseure kommen ab August ...
Mindestlöhne für vier Millionen Menschen

Einen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn gibt es in Deutschland nicht. In einigen Branchen gibt es aber spezifische Mindestlöhne. Insgesamt arbeiten rund vier Millionen Beschäftigte in diesen Branchen. Eine Übersicht des Bundesarbeitsministeriums:

Friseurbranche: Soeben haben sich die Tarifpartner für einen bundesweit einheitlichen Mindestlohn von 8,50 Euro ab August 2015 verständigt. Er soll für die rund 261 000 Friseure in drei Stufen eingeführt werden. Los geht es ab August 2013 mit 6,50 Euro Stundenlohn im Osten und 7,50 Euro im Westen.

Abfallwirtschaft: Für die rund 160 000 Beschäftigten gilt seit dem 1. Februar bis zum 30. Juni 2014 bundesweit ein Mindestlohn von 8,68 Euro pro Stunde.

Baugewerbe: In Westdeutschland müssen seit Januar 2013 je nach Art der Arbeit mindestens 11,05 oder 13,70 Euro pro Stunde gezahlt werden. In Berlin liegt der Mindestlohn bei 11,05 oder 13,55 Euro, in Ostdeutschland bei 10,25 Euro. Insgesamt gibt es hier etwa 540 000 Beschäftigte.
Bergbauspezialarbeiten (Steinkohle): Die rund 2500 Beschäftigten erhalten je nach Arbeit und Kenntnissen 11,53 oder 12,81 Euro pro Stunde.

Dachdeckerhandwerk: Die etwa 90 000 Beschäftigten verdienen bundesweit mindestens 11,20 Euro pro Stunde.

Elektrohandwerk: Der Mindeststundenlohn für 280 000 Beschäftigte beträgt 9,90 Euro im Westen und 8,85 Euro in Ostdeutschland mit Berlin.

Gebäudereinigung: Die insgesamt etwa eine Million Beschäftigten erhalten in den alten Ländern mindestens 9,00 Euro, in Ostdeutschland 7,56 Euro.

Maler- und Lackiererhandwerk: Die Beschäftigen erhalten mindestens 9,75 Euro (ungelernte Arbeiter) oder 12,00 Euro (gelernte Arbeiter). In Ostdeutschland liegt der einheitliche Mindestlohn bei 9,75 Euro. Insgesamt gibt es etwa 100 000 Arbeitnehmer in der Branche.

Pflegebranche: Für die etwa 800 000 Arbeitnehmer gelten Mindestlöhne von 8,75 Euro in Westdeutschland mit Berlin und 7,75 Euro in den neuen Ländern.
Sicherheitsdienstleistungen: Für die rund 170 000 Beschäftigten gelten je nach Bundesland unterschiedliche Mindestlöhne. Sie liegen zwischen 7,50 Euro und 8,90 Euro.

Wäschereidienstleistungen (gewerbliche Kunden): Die 35 000 Beschäftigten verdienen in Westdeutschland mindestens 8,00 Euro und in Ostdeutschland mit Berlin mindestens 7,00 Euro pro Stunde. In der Branche sind etwa 35 000 Menschen beschäftigt.

Zeitarbeit: Die etwa 900 000 Beschäftigten erhalten derzeit 7,50 Euro in Ostdeutschland und 8,19 Euro in den alten Ländern.

Berufliche Aus- und Weiterbildung (Fördermaßnahmen für Arbeitslose): Für die insgesamt etwa 30 000 Arbeitnehmer im pädagogischen Bereich gilt in Westdeutschland und Berlin ein Mindestlohn von 12,60 Euro und in Ostdeutschland von 11,25 Euro.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.