19.06.2004 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Immer mehr Verbraucher melden Insolvenz an In der Schuldenfalle

von Hanna Gibbs Kontakt Profil

Weil immer mehr Verbraucher in die Schuldenfalle geraten und Insolvenz beantragen müssen, ist die Pleitewelle in Deutschland im ersten Quartal weiter angeschwollen. Insgesamt verzeichneten die Amtsgerichte von Januar bis März 28 118 Insolvenzen und damit 15,4 Prozent mehr als im ersten Quartal 2003. Im März wurden mit 10 829 Fällen sogar mehr Pleiten registriert als je zuvor in einem einzelnen Monat. Dies führten die Statistiker allerdings zumindest zum Teil auf einen Kalendereffekt zurück.

Von allen Pleiten im ersten Quartal entfielen 9867 auf Unternehmen, dies waren lediglich 1,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Mit 10 664 Fällen schossen die Verbraucherinsolvenzen dagegen um 40,3 Prozent nach oben. Überdies gingen 5890 ehemals Selbstständige (plus 7,7 Prozent) und 1095 Gesellschafter größerer Unternehmen (plus 14,3 Prozent) Pleite. Die restlichen 602 Fälle entfielen auf Nachlassinsolvenzen (plus 0,8 Prozent). Einen Rückgang verzeichneten die Statistiker allein bei den finanziellen Folgeschäden: Summe der Forderungen lag mit 10,1 Milliarden Euro um knapp 13 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor.

Drei Millionen Haushalte sind Schätzungen zufolge überschuldet; von ihnen nutzen der Behörde zufolge immer mehr die Möglichkeit, sich durch ein Insolvenzverfahren binnen sechs Jahren zu entschulden und sich zugleich die Verfahrenskosten stunden zu lassen.

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