25.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

In 40 Minuten vom Gewerbegebiet West zu den Franzosenäckern Spießrutenlauf durch die Stadt

Die Fuggerstraße stadtauswärts am Montag gegen 16.30 Uhr. Das komplette Gewerbegebiet West mit seinen Industriebetrieben und Einkaufsmärkten ist nur noch über diese Sackgasse zu erreichen. Wer hier rein fährt, muss hier auch wieder raus. Bild: Hartl
von Redaktion OnetzProfil

Amberg. (upl) 16 Uhr, gleich ist Feierabend in etlichen Betrieben des Gewerbegebietes West. Wer jetzt mal schnell zum Hagebaumarkt oder zum Gartencenter Dehner unterwegs ist, der sitzt in der Falle.

Die Brücke über die Bundesstraße 299 ist gesperrt. Als Rückweg bleibt nur die Route über die Speckmannshofer Kreuzung. Dort stauen sich die Autos - in Stoßzeiten bis zum Hagebaumarkt zurück.

Die Ampel an der Abzweigung nach Speckmannshof verrichtet zuverlässig ihren Dienst. Doch so manchen Autofahrer in der Warteschlange treibt die stoische Unbeirrbarkeit der stets im selben Zeitabstand wiederkehrenden Lichtsignale fast zur Weißglut. Vor allem dann, wenn er den dritten Versuch unternimmt, die Kreuzung zu passieren und trotzdem wieder anhalten muss.

"Das nervt halt"

Den Mitarbeitern der Amberger Kühltechnik (AKÜ) geht es zum Beispiel so. "Unsere Leute brauchen am Abend auf dem Heimweg etwa eine Viertelstunde länger", sagt AKÜ-Geschäftsführer Christian Maget. Die Tatsache, dass die Fuggerstraße wegen der Brückensperrung in eine Sackgasse umfunktioniert wurde, ist besonders für den Lieferverkehr problematisch. "Da kann es schon mal eng werden, wenn jemand von der Baustelle nur mal kurz etwas aus dem Lager holen muss." Bernhard Rauch vom benachbarten Steinmetzbetrieb Claußner und Rauch kann ein Lied davon singen. "Das nervt halt", sagt er. "Erst letztens habe ich von hier aus bis zum Kreisverkehr am Nabburger Tor eine halbe Stunde gebraucht."

"Man müsste halt die Ampel anders schalten", meint Dagmar Lösch vom Haustechnik-Spezialisten Gienger. "Die Grün-Phasen sind viel zu kurz." Einige Kunden hätten sie schon darauf angesprochen, wie lang das wohl noch so gehe. Wenn bei der Brückensanierung nichts mehr schief geht, könnte die Sperrung bereits am Donnerstag, 28. August, aufgehoben werden, teilte das Staatliche Bauamt mit. Die weiteren Baustellen entlang der Bundesstraße 85 am Kaiser-Wilhelm-Ring und in der Regensburger Straße tragen nicht gerade zu einer Entspannung der Situation bei.

Wer quer durch die Stadt muss, weil er etwa beim Hagebaumarkt eingekauft hat und dann noch beim Obi vorbeischauen will, hat einen Spießrutenlauf vor sich. Bereits 500 Meter nach der Speckmannshofer Kreuzung folgt beim Pfleger-Kreuz das nächste Nadelöhr. Hier sind wegen der bevorstehenden Fahrbahnsanierung die Linksabbiegespuren der B 85 gesperrt. Wer nach links abbiegen will, muss sich auf der Überholspur einreihen.

Die Richtung entscheidet

Regelmäßig bleiben Autofahrer, die den Blinker gesetzt haben, aber einfach stehen, weil sie sich zweier widersprüchlicher Lichtzeichen gegenüber sehen: Der Pfeil für die Linksabbieger leuchtet zwar grün, die Ampel über der Überholspur zeigt aber rot. "Hier ist die Lage eindeutig", klärt Polizei-Sprecher Peter Krämer auf. "Die Lichtzeichen regeln den Verkehr für die einzelnen Richtungen." Das heißt: Ist das Linksabbiegen per Ampel freigegeben, dürfen die Autofahrer, die sich auf der provisorischen Abbiegespur eingeordnet haben, in die Kreuzung einfahren.

Der Baustellen-Marathon ist noch nicht zu Ende. Wie berichtet, ist voraussichtlich bis Montag, 15. September, die Regensburger Straße zwischen Nabburger Tor und Bahnbrücke stadtauswärts gesperrt. Halbseitig zwar nur. Das reicht jedoch für einen Rückstau bis in den Kreisverkehr hinein. Die Stadtwerke lassen neben der Kino-Baustelle ein Stromkabel erneuern.

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