18.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

In einem Slum von Liberia stürmt eine aufgebrachte Menge ein Krankenhaus Ebola-Patienten flüchten aus Klinik

Mindestens 17 Ebola-Patienten gelang die Flucht aus einem Krankenhaus in Monrovia (Liberia). Eine aufgebrachte Menge hatte ihnen in einem Slum zur Flucht verholfen. Die Patienten lagen auf der Quarantänestation einer Klinik in der Hauptstadt Monrovia, wie die Zeitung "Front Page Africa" am Sonntag berichtete.

Das Ebola-Virus nimmt immer größere Ausmaße an. In den Straßen von Monrovia (Liberia) liegen tote Menschen, die Opfer der Krankheit wurden. Kenia verhängte einen Einreisestopp für Menschen aus den Ebola-Ländern Westafrikas. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

Unter den Geflohenen waren bestätigte und Verdachtsfälle. Es wird befürchtet, dass sie weitere Menschen mit dem Virus anstecken. Auch in anderen Ländern Afrikas spitzte sich die Lage dramatisch zu. In Nigeria verlassen immer mehr Ärzte und Pfleger aus Angst vor der Ebola Kliniken. Kenia verhängte einen Einreisestopp für Menschen aus den von Ebola betroffenen Staaten.

Unter Quarantäne stellen

Der dicht besiedelte Slum "West Point" in Monrovia, wo sich der Vorfall am Samstag ereignete, liegt in der Nähe des Stadtzentrums. In dem Viertel leben rund 75 000 Menschen. Das Gesundheitsministerium hatte angekündigt, den ganzen Slum unter Quarantäne zu stellen. Das solle verhindern, dass Einwohner in andere Gebiete kommen. "Wir werden Lebensmittel und andere Güter nach West Point bringen, bevor die Maßnahme in Kraft tritt", hieß es. Viele Bürger hätten darauf wütend reagiert, schrieb die Zeitung.

Ursprünglich waren 29 Patienten auf der Quarantänestation in Monrovia. In den vergangenen Tagen seien aber zehn von ihnen gestorben und zwei weitere geflohen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf einen Pfleger.

In Nigeria legen Berichten zufolge immer mehr Mediziner in Krankenhäusern ihre Arbeit nieder. Betroffen sei vor allem das Yaba Mainland Hospital in Lagos, wo mehrere Infizierte auf Isolierstationen lägen, schrieb die Zeitung "Punch" am Samstag. Viele Mediziner hätten die Klinik auf Druck ihrer Familien verlassen. Das wenige verbliebene Personal arbeite rund um die Uhr, hieß es. "Jeder scheint große Angst vor Ebola zu haben, und niemand will helfen, was eine große Herausforderung ist", sagte der örtliche Gesundheitskommissar Jide Idris.

Einreisestopp verhängt

Eine vor mehreren Wochen an Ebola erkrankte Ärztin sei wieder gesund, sagte Gesundheitsminister Onyebuchi Chukwu am Samstag. Die Frau sei aus dem Krankenhaus in Lagos entlassen worden. Auch fünf weitere der insgesamt zwölf in dem westafrikanischen Land bestätigten Infizierten seien "fast geheilt".

Derweil verhängte Kenia einen Einreisestopp für Menschen aus den von Ebola betroffenen Ländern. Die Regelung soll ab Dienstag gelten, teilte das Gesundheitsministerium mit. Dabei geht es vor allem um Fluggäste aus Sierra Leone, Liberia und Guinea. Die Fluglinie Kenya Airways kündigte an, Flüge nach Liberia und Sierra Leone ebenfalls ab Dienstag auszusetzen.

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