30.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Innenminister Joachim Herrmann übt Kritik wegen steigender Flüchtlingszahlen Bayern poltert gegen Italien

von Agentur DPAProfil

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) macht der italienischen Regierung angesichts der stetig steigenden Asylbewerberzahlen in Deutschland schwere Vorhaltungen. "Es ist Fakt, dass Italien absichtlich in vielen Fällen weder Personaldaten noch Fingerabdrücke aufnimmt, damit die Flüchtlinge in einem anderen Land Asyl beantragen können und nicht wieder nach Italien zurückkehren", sagte Herrmann. Wegen der steigenden Flüchtlingszahlen in Deutschland und der damit verbundenen Probleme bei der Unterbringung forderten die Grünen ein Spitzentreffen von Bund, Ländern und Kommunen.

Die Zahl der Menschen, die in Deutschland Zuflucht suchen, steigt seit Jahren kontinuierlich. Im ersten Halbjahr 2014 stellten rund 77 000 Menschen einen Asylantrag - fast 60 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr rechnen die Behörden mit rund 200 000 Anträgen. Die Asylbewerber werden nach einem festen Schlüssel auf die Bundesländer verteilt - nach deren Einwohnerzahl und Steueraufkommen. Auch Bayern hat es mit einem wachsenden Zustrom von Flüchtlingen zu tun. Herrmann sagte: "Ein Grund dafür ist, dass ein erheblicher Teil der in Italien ankommenden Flüchtlinge ohne das dafür vorgesehene Verfahren nach Deutschland weiterreist." Eigentlich gilt in der Europäischen Union die Regel, dass jenes Land für einen Asylbewerber zuständig ist, in dem dieser zuerst europäischen Boden betritt. Das trifft vor allem die Staaten an den EU-Außengrenzen. Die Regierung in Rom beklagt eine Überbelastung und verlangt mehr Unterstützung anderer Länder.

Themenseiten:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.