22.02.2005 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Iran wird zur Nagelprobe für die neue transatlantische Harmonie

von Alexander Pausch Kontakt Profil

Bush hat den Europäern ein gewichtiges Geschenk mitgebracht. Der US-Präsident betonte in Brüssel die Unterstützung der Vereinigten Staaten für die Einheit Europas und für ein starkes Europa als Partner seines Landes.

Das war nicht immer so: Auf dem Höhepunkt des transatlantischen Streits über den Irak-Krieg diskutierten nicht nur Neokonservative, ob ein gespaltenes Europa angesichts des Widerstandes einiger europäischer Länder gegen die Invasion im Zweistromland nicht besser den Interessen der USA dienen würde. Die Rede vom "alten und neuen Europa" war Ausdruck dieser Debatte jenseits des Atlantiks. Das ist vom Tisch.

Mit seinem Bekenntnis zum europäischen Einigungsprozess trägt der US-Präsident auch dem Hauptziel der deutschen Außenpolitik Rechnung. Ähnlich wie sein Vater, der als US-Präsident am 31. Mai 1989 bei seinem Besuch in Mainz - und damit noch vor dem Fall der Mauer - den Deutschen "partnership in leadership" (Partnerschaft in der Führungsrolle) anbot. Nicht nur für den damaligen deutschen Außenminister Hans-Dietrich Genscher war diese Vertrauensstellung Grundlage der US-Unterstützung der Wiedervereinigung.

Und ähnlich wie sein Vater damals "burden sharing" (Lastenteilung) einforderte, nimmt George W. Bush heute seine Partner in die Pflicht: Sowohl beim Nahost-Friedensprozess, als auch der Stabilisierung des Iraks und Afghanistans baut er auf die europäische Hilfe.

Die Bewährungsprobe aber wird der Umgang mit den nuklearen Ambitionen des Iran. Noch zeichnet sich nicht ab, ob die USA ins Verhandlungsboot steigen. Das aber ist Bedingung für einen Verhandlungserfolg.

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