IS-Terroristen forderten Millionenbetrag für James Foley - Befreiungsaktion in Syrien ...
Obama verweigert Lösegeld

US-Präsident Barack Obama weigert sich kategorisch, Lösegeld an Terroristen zu zahlen. Bild: dpa

Die US-Armee wollte den von der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) entführten und später enthaupteten Amerikaner James Foley und andere Geiseln vor Wochen retten. Doch die geheime Kommandoaktion gegen die Terroristen in Syrien schlug fehl.

Laut "New York Times" waren etwa zwei Dutzend Elitesoldaten der Spezialeinheit Delta Force beteiligt. Es handele sich um die erste von den USA bekanntgegebene Militäraktion in Syrien seit Ausbruch des Bürgerkrieges vor mehr als drei Jahren.

Die Enthauptung des 40-Jährigen hatte weltweit Entsetzen ausgelöst. US-Präsident Barack Obama verurteilte die Enthauptung Foleys mit scharfen Worten. Die Tat "schockiert das Bewusstsein der gesamten Welt", sagte er an seinem Urlaubsort Martha's Vineyard in Massachusetts. Die IS-Terrormilizen hätten "keinerlei Wertschätzung für menschliches Leben". Die Terroristen hätten "keinen Platz im 21. Jahrhundert", sagte er.

Die US-Elitesoldaten waren laut "New York Times" nachts von Hubschraubern abgesetzt worden und hätten eine Ölraffinerie im Norden des Iraks angegriffen, wo die Geiseln vermutet worden waren. Offenbar seien die Gefangenen nur wenige Stunden zuvor, möglicherweise auch ein oder zwei Tage vor der Aktion, an einen anderen Ort gebracht worden.

Bei der Aktion sei es zu einem kurzen Feuergefecht gekommen, ein US-Soldat habe leichte Verletzungen erlitten. Regierungsbeamte gingen davon aus, dass eine nicht genannte Anzahl von Terroristen getötet wurde.

Die Militäraktion hätte ursprünglich nicht bekanntgegeben werden sollen, hieß es weiter. Im Pentagon werde befürchtet, dass durch die Veröffentlichungen weitere derartige Aktionen schwieriger würden.

4000 Gefangene in Syrien

Die "New York Times" berichtete unter Berufung auf Vertreter der Familie Foleys, die Terrormiliz habe 100 Millionen Dollar (75,4 Millionen Euro) Lösegeld gefordert. Laut CNN waren es sogar 100 Millionen Euro (132 Millionen Dollar). Präsident Obama habe sich aber geweigert zu zahlen. Im Gegensatz zu europäischen Staaten lehnen es die USA seit längerem kategorisch ab, Lösegeld zu zahlen. Zur Begründung heißt es, dies wäre ein Anreiz für weitere Geiselnahmen. Laut "New York Times" sind Lösegelder aus europäischen Ländern zum Haupteinkommen Al-Kaidas und ihrer Ableger geworden. Sie hätten in den vergangenen fünf Jahren mindestens 125 Millionen Dollar an Lösegeldern eingenommen, ergab eine Studie der Zeitung. Nach Angaben von Menschenrechtlern hat die Terrormiliz mindestens 4000 Gefangene in Syrien in ihrer Gewalt. Rund 20 Gefangene seien Amerikaner und Europäer.

Terrorismus-Gipfel

US-Kampfflugzeuge flogen am Donnerstag erneut Angriffe auf IS-Kämpfer im Nordirak. Dabei seien südlich des Mossul-Staudamms mindestens 35 Extremisten getötet worden, meldete die irakische Nachrichtenseite Al-Sumaria News. Das US-Zentralkommando in Tampa (Florida) hatte bereits in der Nacht 14 Angriffe auf IS-Kämpfer gemeldet.

Für Ende September lud Obama zu einem Terrorismus-Gipfel nach New York ein. An dem Treffen sollen die Staats- und Regierungschef der fünf UN-Vetomächte teilnehmen, sagte Marie Harf, Sprecherin im US-Außenamt, am Donnerstag in Washington. Zu den Vetomächten im UN-Sicherheitsrat gehören neben den USA auch Russland, Großbritannien, Frankreich und China.
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