Journalist klagt beim Bundesverfassungsgericht gegen Platzvergabe beim NSU-Prozess
Gericht räumt Los-Pannen ein

Auch die Neuverlosung der Presseplätze für den NSU-Prozess wird von Pannen überschattet. Das Oberlandesgericht (OLG) in München räumte Fehler bei der Ziehung ein. Ein Medienplatz im Gericht soll deshalb nachverlost werden. "Der Prozessbeginn am Montag ist dadurch nicht gefährdet", sagte OLG-Sprecherin Andrea Titz.

Das OLG hatte die 50 Prozessberichterstatter mit festem Platz am Montag per Los neu bestimmt, nachdem das Verfassungsgericht die ursprüngliche Prozedur - nach zeitlicher Reihenfolge der Anfragen - beanstandet hatte. Ein Notar nahm die Ziehung vor. Dabei landete versehentlich die Bewerbung des MDR-Hörfunks im Korb für die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender. Zudem sei das Los auf einen freien WDR-Mitarbeiter gefallen, der seine Bewerbung längst zurückgezogen hatte.

Am Dienstag ging die Verfassungsbeschwerde des freien Journalisten Martin Lejeune ein, bestätigte das Bundesverfassungsgericht. Er hatte seine Reservierung aus dem ersten Akkreditierungsverfahren bei der Neuverlosung verloren. Eine weitere Klage eines anderen Journalisten wurde zurückgewiesen. Die "Welt", "Die Zeit" und die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" wollen auf eine Klage verzichten, um den Prozessbeginn am 6. Mai nicht zu gefährden. Sie alle waren leer ausgegangen.
Einige Redaktionen ohne feste Reservierung können unter Umständen trotzdem aus dem Gerichtssaal berichten, denn Tauschen ist nun erlaubt. So tritt etwa die Zeitungsgruppe "Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung" ihre Reservierung an die Nachrichtenagentur AP ab. Der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, plädierte für eine Videoübertragung des Prozesses. "Sie wäre aber eine Frage der pragmatischen Klugheit".
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