03.09.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Jürgen Mistol fordert ein Reinheitsgebot Oberpfälzer Grundwasser wird immer schlechter

Die Bürger müssten sich keine Sorgen um ihr Trinkwasser machen, heißt es vom Wasserwirtschaftsamt Weiden.Bild: dpa
von Redaktion OnetzProfil

Regensburg/Weiden. (räd) Der Regensburger Landtagsabgeordnete Jürgen Mistol (Grüne) fordert ein Reinheitsgebot für das Oberpfälzer Grundwasser. Denn in einigen Regionen sei speziell die Nitratbelastung gestiegen. Die Bürger müssten sich allerdings keine Sorgen um ihr Trinkwasser machen, heißt es vom Wasserwirtschaftsamt Weiden.

Mistol hat an die Bayerische Staatsregierung eine Anfrage zur „Situation des Grundwassers“ gestellt. Die Antwort sei alarmierend, teilte er mit. So ergebe die Bewertung der Risikoanalyse von 2013 eine immer höhere Nitratbelastung. Viele sogenannte Grundwasserkörper im Bereich nördlich von Amberg und westlich von Weiden könnten nach derzeitigem Stand die Zielwerte der Wasserrahmenrichtlinie für Nitrat bis 2021 nicht erreichen.

Mistol erklärt, 2004 traf dies auf lediglich einen Grundwasserkörper in der Oberpfalz zu. „Wenn für immer größere Bereiche ... die Umweltziele nicht erreicht werden, ist das mehr als alarmierend“, stellt Mistol fest. Hauptverursacher für die Nitratbelastung sei die Landwirtschaft. Die bestätigt Manfred Meier, Fachbereichsleiter für Grundwasser beim Wasserwirtschaftsamt Weiden. Er fordert auf, mit Dünger verantwortungsvoll umzugehen. „Grundwasser hat ein langes Gedächtnis.“ Die Behörde biete dazu entsprechende Beratung an.

Vor allem in Regionen mit Mais- und Rapsanbau seien erhöhte Werte bei Nitrat und Pflanzenschutzmitteln festzustellen. Atrazin etwa wurde in Deutschland 1991 verboten. Doch das Hauptabbauprodukt Desethylatrazin lässt sich heute noch teilweise feststellen. „Hätten wir das nicht schon vor 15 bis 20 Jahren angepackt, hätten wir heute Probleme“, so Meier. Um die Trinkwasserqualität müsse sich niemand Sorgen machen, gibt Meier Entwarnung. Wo im Grundwasser erhöhte Werte festgestellt worden sind, werde es vor Abgabe an den Verbraucher aufbereitet, um die Grenzwerte einzuhalten – zum Beispiel durch Reinigungsanlagen oder durch die Vermischung mit Wasser höherer Qualität.

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