Kapelle vertieft Bande zwischen Motreff und Wendern - Besuch in Bretagne
Symbol der Freundschaft

(bir) Eine Reise in die Bretagne ist stets ein Erlebnis. Durch die Lage am Meer oder die weiten Sandstränden zählt die Region zu den attraktivsten Gegenden in Frankreich. In Begleitung von Gottfried Beer bekommt der Ausflug dann eine besondere Note. So unterhält der Ortssprecher von Wendern seit fast drei Jahrzehnten enge Beziehungen zu dem bretonischen Dörfchen Motreff.

Nachdem Beer auch ein kleines Häuschen in dem Ort erworben hat, weilt er im Jahr immer wieder mal bei seinen französischen Freunden. Vor kurzem durften auch Gertraud und Robert Birkner den Ortssprecher auf seiner Reise nach Motreff begleiten.

Rühriger Verein

Für eine besondere Beziehung zwischen Wendern und der Bretagne sorgte auch die Chapelle Saint Brigitte in Motreff. Anfang Juli 2008 waren fünf Freunde von Gottfried Beer aus Motreff zum Wenderer Dorffest gekommen. Sie erzählten, dass sie nun schon seit 14 Jahren die Kirche "Sainte Brigitte" renovieren würden. Diese Kapelle aus dem 17. Jahrhundert war komplett verfallen und überwuchert und eine Ruine geworden. Ein eigener Verein war zur Renovierung gegründet worden.

Zu den großen Herausforderungen gehörte auch die Erneuerung der Glocke, die von Soldaten im 2. Zweiten Weltkrieg zerschossen worden war. Und natürlich brauchte es für die Glocke auch einen Glockenstrick. Die "Strickschlocher" von Wendern nahmen sich spontan der Sache an und mit vereinten Kräften wurde ein etwa 15 Meter und 3 Zentimeter dickes Seil gedreht.

Mit dabei auch Hans Haberkorn, der von der Renovierung der Kirche erfuhr und gleich eine von ihm geschnitzte Christusfigur und eine Marienstatue spendete. Die Übergabe erfolgte dann ein Jahr später in der Bretagne, in Motreff. Beim offiziellen Empfang erfuhr Haberkorn, dass für den Glorienbalken noch der Hl. Johannes fehlen würde. Für den Schnitzer aus Nordbayern war klar, dass er hier ebenfalls helfen würde, wie auch bei der Rekonstruktion des Altar-Oberteils, von dem es nur mehr alte Fotos gab.

Aus dem Holz einer über hundert Jahre alten Linde aus der Steinbergallee entstand der dritte Heilige, der 2010 seinen Platz auf dem Glorienbalken in der Kirche "Sainte Brigitte" fand. Zugleich durfte Beer die anderen authentisch geschnitzten Teile an die Bretonen übergeben. 2012 wurde dann eine weitere Heiligenfigur, die Hans Haberkorn zwischenzeitlich für die Kapelle und seine bretonischen Freunde geschnitzt hatte, vom Wenderer Ortssprecher übergeben. Dabei handelte es sich um den Dorfheiligen von Motreff, den Heiligen Leufroy. Somit war die Kapelle St. Brigitte wieder vollständig.

Gute Freunde

Durch das Engagement des passionierten Schnitzers ist die kleine Kapelle auch ein Symbol für die bretonisch-stiftländische Freundschaft geworden. Davon konnten sich die Gäste aus Nordbayern einmal mehr überzeugen. Die gegenseitigen Besuche garantieren zudem eine dauerhafte tiefe Verbundenheit zwischen zwei kleinen Dörfern Motreff in der Bretagne und Wendern in der Oberpfalz.
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