25.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Kardinal Reinhard Marx: Übergriffe der IS-Milizen auf Minderheiten im Irak stoppen Aggressoren in den Arm fallen

Wir alle sind erschüttert über die barbarische Gewalt.
von Agentur KNAProfil

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, appelliert an die internationale Gemeinschaft, die "brutale Aggression" der IS-Milizen im Irak gegen Minderheiten zu stoppen. Gemeinsam müssten Wege und Mittel gefunden werden. Das aber ist nicht Sache der Kirche, betonte Marx am Sonntag bei einem Solidaritätsbesuch in der chaldäischen Gemeinde in München.

Allerdings seien militärische Mittel durchaus geboten, um einem Aggressor in den Arm zu fallen, damit dieser nicht weiter Völkermord begehen könne. Die katholische Kirche in Deutschland wolle humanitär den Betroffenen helfen, sagte der Erzbischof von München und Freising.

Einige Bistümer hätten dies schon getan, auch die Caritas und Misereor seien im Einsatz. Es müsse alles getan werde, damit die Menschen in ihrer Heimat bleiben oder später auch zurückkehren könnten. Zugleich rief Marx zum Gebet für die Opfer von Gewalt und Vertreibung auf. Das Gebet sei die "spirituelle Waffe", das die Christen untereinander verbinde. "Wir alle sind erschüttert über die barbarische Gewalt", unterstrich der Kardinal.

Nach den Worten des Seelsorgers der chaldäischen Gemeinde, Pfarrer Sami Danka, ist von den Aggressionen der IS besonders die Stadt Mossul betroffen. 2003 lebten dort rund 500 000 Christen, mittlerweile habe sich ihre Zahl auf 100 000 verringert. Nun seien die letzten geflüchtet. Die Zahl der ermordeten Christen gehe "in die Tausende". Im Bistum Erbil würden derzeit etwa 30 000 Katholiken gezählt, in Dehok rund 10 000.

Ohne Papiere, die ihnen die Milizen abgenommen hätten, seien sie oft nur mit der Kleidung am Leib auf der Flucht. Um überleben zu können, werde finanzielle Unterstützung und psychologische Begleitung benötigt.

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