20.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Kein Ebola-Fall in der Hauptstadt - In Afrika schon 1229 Tote Entwarnung in Berlin

Der Verdachtsfall auf Ebola in Berlin hat sich nicht bestätigt. Das Universitätskrankenhaus Charité teilte am Dienstagabend mit, alle Tests zum Nachweis auf Ebola seien bei der betroffenen Patientin negativ. Die 30-jährige Frau hatte am Dienstag in einem Berliner Job-Center einen Kollaps erlitten und war vorsichtshalber in die Charité gebracht worden.

In Berlin waren am Dienstag Polizeibeamte mit Mundschutz im Einsatz. Eine Frau, die aus Afrika kam, wurde wegen des Verdachts auf Ebola von Notärzten behandelt. Die Besucher des Jobcenters, in dem die Patientin zuvor war, durften das Gebäude zunächst nicht verlassen. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

Die Diagnose laut nun auf Malaria-Infektion. "Der Patientin geht es den Umständen entsprechend gut", erklärte der Direktor der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Infektiologie und Pneumologie der Charité, Norbert Suttorp, in einer Mitteilung. Die 30-jährige Frau, die etwa eine Woche zuvor in Nigeria gewesen war, hatte am Vormittag über hohes Fieber geklagt.

Wegen des Ebola-Verdachts wurden auch sechs Menschen, die mit der Frau Kontakt hatten, vorsichtshalber ins Krankenhaus gebracht. Alle anderen Besucher der Jobcenters, die zunächst im Haus bleiben mussten, durften das Gebäude nach rund zwei Stunden wieder verlassen, berichtete ein Feuerwehrsprecher.

Keine Fälle in Europa

Bislang erwies sich damit kein Verdachtsfall außerhalb von Westafrika als Ebola. Auch zwei vermutete Fälle in Spanien und Belgien bestätigten sich am Dienstag nicht. Die ersten Anzeichen für Ebola ähneln mit hohem Fieber und Kreislaufproblemen den Symptomen vieler anderer Erkrankungen wie Grippe oder Malaria. Ebola ist aber weit weniger ansteckend als Grippe, das Virus wird durch den Kontakt mit Körperflüssigkeit übertragen, die in Wunden oder Schleimhäute gelangt.

Durch die Ebola-Epidemie in Westafrika sind wahrscheinlich bereits mindestens 1229 Menschen umgekommen. Aus den vier direkt betroffenen Ländern Guinea, Liberia, Nigeria und Sierra Leone seien zwischen dem 14. und 16. August 113 neue Fälle gemeldet worden, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Dienstag mit. 84 dieser Patienten seien gestorben. Von den 1229 registrierten Todesfällen seien 760 eindeutig als Folge einer Infektion mit dem Virus bestätigt, bei den anderen Fällen bestehe ein begründeter Verdacht.

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