Kirchenpfleger von Ebermannsdorf und Theuern sprechen sich bei Renovierungsprojekten ab
Gemeinsam das Beste erreichen

Demonstrative Einigkeit zeigten die Kirchenpfleger der Pfarreiengemeinschaft, Richard Bäumler (Theuern) und Josef Beer (Ebermannsdorf), als sie beim Pfarrfamilienabend im Theuerner Pfarrheim die Anwesenden über die anstehenden Kirchenbauprojekte in beiden Pfarrteilen informierten. Anstatt zwei eigene "Suppen zu kochen" und für die eigene renovierungsbedürftige Kirche das Meiste abzuschöpfen, bewiesen die neu gewählten Amtsinhaber, dass es auch anders geht.

Die Vertreter der beiden Gremien möchten künftig Spannungen und Konflikte zwischen den Pfarrteilen durch konstruktive Zusammenarbeit auf Augenhöhe vermeiden. Im gemeinsamen Gespräch der beiden Kirchenverwaltungen wurde daher der Sachstand festgestellt. Es wurden die Dringlichkeiten und Finanzen analysiert und die Vorgehensweise im Schulterschluss festgehalten.

Für die Theuerner Nikolauskirche sei demnach eine Komplettrenovierung außen und innen vorgesehen. Das kirchliche Baureferat schreibt vor, dass zuerst die Außensanierung erfolgen muss, bevor man innen ans Werk gehen darf. Die dabei im Raum stehenden Gesamtkosten belaufen sich laut Richard Bäumler auf 370 000 Euro.
Hiervon würden voraussichtlich 40 Prozent durch die Diözese finanziert, so dass noch etwa 220 000 Euro von der Kirchenstiftung zu tragen wären. Ein Großteil der Finanzierung sei durch das vorhandene Vermögen der Kirchenstiftung und durch die Einnahmen aus dem Pfarrhofverkauf bereits sichergestellt. Durch Spenden und Erlöse aus der Waldbewirtschaftung könne versucht werden, die verbleibende Differenz auszugleichen.

Feuchte Mauern

Auch das Ebermannsdorfer "Problemkind", die Johanneskirche, bedürfe dringend der Renovierung. Der Dachstuhl weise erhebliche Schäden auf, ebenso seien die feuchte Mauer auf der Friedhofseite und die Außenfassade dringend renovierungsbedürftig. Allein diese Maßnahmen schlagen mit geschätzten 500 000 Euro zu Buche.

Nach der Außenrenovierung müsse das Innere der Kirche erhalten werden. Hier sei vor allem eine Lüftungsanlage einzubauen, um die hohe Feuchtigkeit in den Griff zu bekommen. Besonders das Altarbild befinde sich in einem sehr desolaten Zustand, aber auch die anderen Bilder und Figuren seien durch die Feuchtigkeit und den Holzwurm in den denkmalgeschützten Mauern der Johanneskirche in äußerst schlechtem Zustand und bedürften dringend der Renovierung.
Die Kosten für Außen- und Innenrenovierung belaufen sich laut Kirchenpfleger Josef Beer auf 1,1 Millionen Euro. Nach Ausschöpfung sämtlicher in Frage kommender Zuschüsse von der Diözese, vom bayerischen Denkmalamt und anderen Gebern würde ein Eigenanteil von mindestens 300 000 Euro auf die Kirchenstiftung zukommen.

Gemäß dem Bischöflichen Baureferat dürfe pro Jahr und Pfarrgemeinde nur ein einziges Bauprojekt realisiert werden. In ihrer gemeinsamen Sitzung haben sich die Vertreter beider Kirchenverwaltungen deshalb geeinigt, dass die Renovierung der Theuerner Nikolauskirche zuerst in Angriff genommen werden soll. Es werde angestrebt, die Komplettrenovierung in Theuern noch dieses Jahr durchzuführen, um dann bereits 2014 das Ebermannsdorfer Projekt anzugehen. In der Johanneskirche müsse jedoch möglichst 2013 eine Belüftung installiert werden, um den Verfall des Altarbildes zu bremsen.

Dringlichkeit betonen

Vorteil dieser Reihenfolge sei, dass Ebermannsdorf ein Jahr Zeit gewinne, um über das Sammeln von Spenden die Finanzierung sicherzustellen, welche in Theuern bereits in trockenen Tüchern sei. Durch das nicht realisierte Pfarrhofprojekt befinde sich, so Bäumler, ausreichend Geld in der Kasse. Die Kirchenpfleger würden versuchen, mit dem Bischöflichen Baureferat ins Gespräch zu kommen und bei Bedarf auch gemeinsam mit beiden Gremien ein Treffen mit dem Baureferat zu vereinbaren, um die Dringlichkeit und auch die angestrebte Konfliktvermeidung zwischen den beiden Pfarrteilen zu unterstreichen.
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