19.11.2004 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Künftig im großen Bogen um Gesundheitsfragen herum - Neue Aufgaben für den CSU-Politiker Horst Seehofers mühsamer Spagat

Schweigsam, sehr schweigsam gab sich Horst Seehofer am Donnerstag nach dem Gespräch bei Edmund Stoiber in der Staatskanzlei in München. Es sei ein sehr vertrauliches Gespräch gewesen, ließ er die wartenden Journalisten wissen. Auf die Frage, ob er noch im Amt sei, ließ er sich immerhin ein "zur Minute noch" entlocken.

Sprach von der "schwersten Entscheidung" seines Lebens: Horst Seehofer. (Bild: dpa)
von Alexander Pausch Kontakt Profil

Die Botschaft, dass der Parteirebell in Sachen Gesundheitsfragen in seinen Ämtern verbleibt, aber die Zuständigkeit für die Gesundheitspolitik verliert, sollte dem CSU-Vorsitzenden überlassen bleiben.

Seehofer übt sich unterdessen weiter in seinem mühsamen Spagat: "Ich werde an dem Parteitag nicht teilnehmen. Meine Meinung bleibt, aber wir reden über unterschiedliche Positionen nicht streitig in der Öffentlichkeit", sagte er dem Donaukurier. In diese zeitweilige Flucht aus den Parteigremien hatte sich der Bundestagsabgeordnete schon früher gerettet.

Zu den Sitzungen der von der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel berufenen Herzog-Kommission kam er nicht mehr, als das Pendel in Richtung der Kopfpauschale ausschlug. Gegen diese Kopfpauschale wehrte sich der CSA-Vorsitzende seither nach Kräften. Vergeblich. Auch an der CSU-Vorstandssitzung am Montag, die den Gesundheitskompromiss mit der CDU abgesegnet hatte, nahm er nicht Teil.

Damit ist angedeutet, wie es weiter geht. Dem Beispiel von Friedrich Merz (CDU), alle Ämter abzugeben, und als einfacher Parlamentarier für seine Überzeugungen zu streiten, will er nicht folgen. Andernfalls hätte er sich nicht zum Verbleib überreden lassen.

So aber wird Horst Seehofer langsam zur tragischen Gestalt. Denn die Loyalität, die er zeigt, wird nicht erwidert. "Ich vertraue auf die Zusage von Parteifreunden", sagte er am Freitagabend in Tutzing im Hinblick auf die Kopfpauschale. Er wurde enttäuscht.

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