14.12.2006 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Kult-Schauspielerin Cleo Kretschmer war nach Hirnblutung halbseitig gelähmt - Heute schreibt ...: "Plötzlich wie weggeklickt"

Cleo Kretschmer spricht gerne über ihr neues "zweites Leben": Es begann im Oktober 1998.

von Redaktion OnetzProfil

Mit 47 Jahren musste der frühere Filmstar in einer Münchner Klinik mühsam und schmerzvoll wieder laufen und sprechen lernen. Das Leben der erfolgreichen Schauspielerin, die in den 70er und 80er Jahren in gut einem Dutzend Film- und TV-Komödien ("Amore", "Arabische Nächte") meist an der Seite von Wolfgang Fierek und unter Regie ihres damaligen Freundes Klaus Lemke Kultstatus erreichte, war durch eine Hirnblutung binnen Sekundenbruchteilen fast schon zu Ende.

"Mein Bild war plötzlich wie bei einem Computerabsturz weggeklickt, und ich wusste: das ist der Tod", erinnert sich die heute 55-Jährige in ihrer Wahlheimat Dorfen östlich von München. Eine Schlagader habe sich ständig erweitert, bis sie schließlich geplatzt sei. Die Prognosen der Ärzte sind in diesem Fall nicht gut: Rund ein Drittel der Patienten stirbt, ein Drittel überlebt als Pflegefall - nur wenige Menschen schaffen den Weg zurück in ein normales Leben. Doch die Schauspielerin haderte nicht mit ihrem Schicksal, sondern empfand ihre "Wiedergeburt" als "Chance für einen Neubeginn und ein zweites Leben". "Nach so einem Erlebnis verliert man die Angst vor dem Tod und die Furcht vor der Realität", betont sie.

Sie war halbseitig gelähmt und hatte ihr Kurzzeitgedächtnis verloren. "Ich hatte trotzdem riesiges Glück." Nach zwei Monaten im Krankenhaus schaffte die allein lebende Schauspielerin wieder den Weg zurück in ihre Wohnung.

Insgesamt brauchte sie sechs Jahre, um wieder gesund zu werden. Von ihrer Krankheit merkt man ihr heute nichts mehr an. In Zukunft möchte sie auch anderen Schlaganfall-Patienten helfen. So macht sich der frühere Filmstar für den Bau eines Neurologischen Nachsorgezentrums im Bezirksklinikum Regensburg stark. Von der Schauspielerei hat sich das Naturtalent, das eigentlich Drogistin lernte, bewusst verabschiedet. "Nach meiner Krankheit habe ich aus therapeutischen Gründen ein paar kleine Rollen angenommen." Doch rasch habe sie gemerkt, dass die flüchtige, glitzernde Film- und Fernsehwelt nicht länger eine Hauptrolle in ihrem weiteren Leben spielen würde. "Wie heute 'schnell schnell' gearbeitet wird, das liegt mir nicht." Heute schreibt sie Romane, organisiert Lesungen in Cafés, die kombiniert mit gutem Essen Lust auf Literatur machen sollen.

Die große Liebe gefunden

In dem im Sommer erschienenen Erstlingswerk "Sehnsuchtskarussell" beschreibt sie unter ihrem zweiten Vornamen Maria in Tagebuchform ihre Suche nach der großen Liebe. Dabei hat sie privat ihr großes Glück entdeckt: Cleo Kretschmer ist mit dem Münchner Blues-Musiker Waki Wootz befreundet, der ihre Lesungen am Saxofon und auf der Zither klangvoll begleitet.

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