Landräte Wittmann und Reisinger nehmen Staatsregierung beim Wort
Oberpfalz kein Fracking-Gebiet

Bild: dpa
Weiden/Amberg. (paa) Mit seiner Suche nach Öl- und Gasvorkommen in der Region spekuliert Rose Petroleum offensichtlich darauf, dass die Regeln für Fracking in Deutschland gelockert werden könnten. Andernfalls wäre eine Investition in die Erkundungslizenz nicht sinnvoll.

Oberpfälzer Kommunalpolitiker, wie der Neustädter Landrat Simon Wittmann (CSU) und sein Amberg-Sulzbacher Kollege Richard Reisinger (CSU) bauen darauf, dass Fracking nicht erlaubt wird. So sagt Wittmann: "Dabei vertraue ich auf die klaren Aussagen des Bayerischen Umweltministers, der Bayerischen Wirtschaftministerin und die Vereinbarungen im Koalitionsvertrag in Berlin, nach denen das Fracking nicht erlaubt wird."

Und Reisinger betont: "Deshalb gehe ich davon aus, dass dies heute und auch in Zukunft Bestand haben und es somit kein Fracking in Deutschland und damit in der Oberpfalz geben wird." Sie fordern eine zügige Umsetzung des von der Koalition geplanten Verbots.

Verärgert ist der Landrat von Amberg-Sulzbach darüber, dass er von der Lizenzvergabe aus den Medien erfahren hat. Die Vergabe der Lizenz zur Suche nach Erdgas und Erdöl in Weiden und Umgebung ist nach Wittmanns Ansicht "grundsätzlich kein Grund zur Beunruhigung". Allerdings betont er : "Solange das Fracking verboten bleibt."

Die Lizenz zur Erdölsuche in Weiden hat in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach den Eigentümer gewechselt. Nach dem überraschenden Erdölfund im Jahr 1989 hatte die Stadt selbst die Lizenz beantragt, sie aber im Jahr 1991 an Preussag/Maxus verkauft. Im Jahr 1994 wurde die Lizenz aufgegeben. Im Zuge der Übernahme von Preussag durch Gaz de France Deutschland kaufte dieses Unternehmen auch die seismischen Daten, allerdings waren diese zum Teil durch eine führenden Preussag-Mitarbeiter veröffentlicht worden.

Hoffnung ruht auf Schiefer

Neben dem Weidener Ölfund stützt Rose Petroleum eigenen Angaben zufolge seine Hoffnung auch auf diese Daten. Zudem bauen die Briten offensichtlich auf den sogenannten Posidonienschiefer, der sich laut der Grünen im westlichen Teil des Erkundungsgebiets befinden soll, das sich zwischen Wernberg-Köblitz (Kreis Schwandorf), Marktredwitz (Kreis Wunsiedel), Bayreuth und Sulzbach-Rosenberg erstreckt. Dieser Posidonienschiefer sei "von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe als potenziell geeignet für Erdgasfracking einstuft" worden, teilte die grüne Landtagsfraktion mit.

Allerdings weist sie auch darauf hin, dass das Weidener Erdölvorkommen schon im Jahr 2002 in der Abhandlung "Rohstoffe in Bayern" des Wirtschaftsministeriums keine Erwähnung mehr findet.

Nur zur Spekulation?

Rose Petroleum spricht davon, dass die Förderung von Erdgas und Erdöl mittels neuer Techniken, also dem Fracking, außerhalb der USA noch in den Kinderschuhen steckt. Eine Möglichkeit von einem möglichen Boom zu profitieren, sehen die Briten offensichtlich entlang des Bodensees und eben in der Oberpfalz. In Baden-Württemberg gehen Umweltschützer davon aus, dass Parkyn Energie, eine Rose Petroleum Tochter die Lizenz aus Spekulationsgründen hält. Ähnliches könnte für die Tochter Naab Energie gelten, die die Lizenz in der Region hält.

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Weitere Informationen im Internet:
www.oberpfalznetz.de/fracking
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