05.02.2004 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Landtagsabgeordnete greifen parteiinterne Kritiker scharf an - Fraktion unterstützt ... Rückendeckung für Ludwig Stiegler

Die Reihen der Oberpfälzer stehen geschlossen: Nachdem die Personaldiskussion bei den bayerischen Genossen am Mittwoch erneut entbrannt ist, haben die SPD-Landtagsabgeordneten aus der Region dem designierten Landesvorsitzenden Ludwig Stiegler (Weiden) demonstrativ den Rücken gestärkt.

Immer wieder im Kreuzfeuer - auch parteiintern: Ludwig Stiegler. (Bild: Wilck)
von Uli Piehler Kontakt Profil

Eine Gruppe oberbayerischer Sozialdemokraten hat angekündigt, die Weichenstellungen Stieglers nicht mittragen zu wollen. Münchner Zeitungen berichteten am Mittwoch von einem Positionspapier, in dem die Genossen beklagen, dass die bayerische SPD "nicht von Berlin aus geführt werden" könne.

Dabei haben es die Kritiker nicht nur auf Stiegler, sondern auch auf dessen Ziehsohn, den Juso-Vorsitzenden und Bundestagsabgeordneten Florian Pronold (Pfarrkirchen) abgesehen. Wenn es nach Stiegler geht, soll Pronold neben den Berliner Abgeordneten Walter Kolbow (Würzburg) und Ulrike Mascher (München) als dritte Kraft in die Riege der stellvertretenden Parteivorsitzenden aufrücken. Damit wäre an der Spitze des Bayern-SPD kein Landespolitiker mehr vertreten.

Kraftprobe nicht verziehen

Vor allem eher konservativ eingestellte Sozialdemokraten haben Pronold die Kraftprobe mit dem Bundeskanzler nicht verziehen. Der junge Abgeordnete hatte bei der Abstimmung über die Reformgesetze als "Abweichler" von sich Reden gemacht. Die Gruppe aus Oberbayern erwägt den Berichten zufolge, beim Parteitag Ende März sogar einen Gegenkandidaten zu präsentieren.

"Das sind Leute, die sich immer wieder Mal wichtig machen. Deren Einfluss sollte man nicht überschätzen", kommentiert der Oberpfälzer Bezirksvorsitzende und Landtagsabgeordnete Franz Schindler (Schwandorf) die Giftpfeile aus Oberbayern. Bei der Fraktionssitzung am Mittwoch sei der Personalstreit von der Tagesordnung gestrichen worden. "Wir haben Wichtigeres zu tun", sagt er.

Die Pfreimder Abgeordnete Marianne Schieder greift die parteiinternen Kritiker scharf an: "Die Vorgehensweise mancher Genossen ist ziemlich übel", sagt sie. "Die versuchen offenbar einen Landesvorsitzenden tot zu machen, bevor er überhaupt gewählt ist." Die Kritik an Stieglers Personalpolitik sei haltlos, denn "von 41 Landtagsabgeordneten sitzen 13 im Landesvorstand". "Und ich habe von denen noch keinen gehört, der sagt, ,ich mach's'!"

"Hervorragende Arbeit"

Ähnlich äußert sich auch Werner Schieder (Tirschenreuth). "Von einem Aufstand in der Fraktion gegen Stiegler kann überhaupt keine Rede sein", sagt der Abgeordnete nach der Fraktionssitzung vom Mittwoch. Die "überwiegende Mehrheit" der Fraktion unterstütze den Kurs von Stiegler. "Es gibt gute Gründe für Ludwig Stieglers Personalentscheidung. Florian Pronold hat seine Arbeit bisher hervorragend gemacht."

Dass die Stiegler-Kritiker beim Sonderparteitag Ende März einen Gegenkandidaten aus dem Hut zaubern und den Neuanfang der Bayern-SPD vermasseln könnten, glaubt Werner Schieder nicht: "Das kann ich mir nicht vorstellen."

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