13.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Liberia will als erstes Land neues Ebola-Mittel einsetzen Versuch an zwei Ärzten

Es ist eine heikle Frage, ob kaum erprobte Wirkstoffe gegen Ebola eingesetzt werden sollten. Die WHO hält dies für ethisch vertretbar, aussichtsreiche Präparate gebe es gleich mehrere. Helfen können auch sie nicht immer, zeigt das Beispiel des Spaniers Miguel Pajares.

von Agentur DPAProfil

Liberia hatte bereits am Morgen angekündigt, das Mittel "ZMapp" einsetzen zu wollen. Es soll demnach zunächst bei zwei Ärzten verwendet werden. Das Büro von Liberias Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf bestätigte die Angaben und teilte mit, das Medikament werde voraussichtlich innerhalb der nächsten zwei Tage eintreffen.

Auch der Spanier Miguel Pajares war mit dem Präparat behandelt worden, das ihm jedoch nicht mehr helfen konnte. Der 75-jährige Geistliche starb am Dienstag im Carlos-III-Krankenhaus in Madrid. "Das Virus hatte seinen ganzen Körper zerfressen", hieß es aus der Klinik. Der Ebola-Verdacht bei einem deutschen Studenten in Ruanda bestätigte sich unterdessen nicht.

Vor Pajares hatten bereits zwei US-Amerikaner "ZMapp" erhalten, deren Gesundheitszustand sich nach Behördenangaben immer weiter bessert. Ob dies tatsächlich auf das Präparat zurückgeht, ist allerdings nicht sicher. Auch mögliche Nebenwirkungen sind noch unklar. Nun gelte es, eine Reihe einzelner Probleme zu lösen, sagte die stellvertretende WHO-Generalsekretärin Marie-Paule Kieny. Unter anderem müsse über Prioritäten für die Vergabe gesprochen werden, da die bislang erzeugten Wirkstoffmengen nicht für alle Patienten ausreichten.

Medikament reicht nicht

Die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" (MSF) begrüßte die WHO-Entscheidung. Der Einsatz allein werde die Epidemie aber nicht stoppen, wurde betont. Die Mehrheit der Experten und Wissenschaftler befürwortet die Verwendung. Es gibt aber auch mahnende Stimmen: "Man kann sicher nicht definitiv sagen, dass etwas, das bei Tieren funktioniert und sicher ist, auch bei Menschen funktioniert und sicher ist", sagte der Virologe Jonathan Ball von der Universität Nottingham.

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