14.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Luftbrücke soll Zehntausende Flüchtlinge in Sicherheit bringen USA planen riskante Rettungsaktion im Irak

Im Kampf gegen die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) erwägen die USA einen Militäreinsatz zur Rettung Zehntausender Flüchtlingen im Nordirak. Im Gespräch seien ein Lufteinsatz und eine Rettungsaktion mit Bodentruppen, sagte Präsident Barack Obamas Sicherheitsberater Ben Rhodes dem Sender Fox News.

von Agentur DPAProfil

Letzteres würde bedeuten, dass US-Soldaten in direkte Kampfhandlungen mit Extremisten verwickelt werden könnten. Auch Großbritanniens Premier David Cameron kündigte eine - zunächst nicht näher bezeichnete - "internationale Mission" zur Rettung der Jesiden im Irak an. Laut CNN befinden sich in der Region mehrere Senkrechtstarter des Typs V-22 Osprey, die für den Einsatz verwendet werden könnten.

Auch Bodentruppen?

Das "Wall Street Journal" berichtete, der riskante Vorschlag werde noch entwickelt und sei noch nicht von Obama genehmigt worden. Pentagonsprecher John Kirby bestätigte die Pläne nicht. Einen Kampfeinsatz von Bodentruppen hatte Obama mehrfach ausgeschlossen.

Die Terrorgruppe IS hatte vor rund zehn Tagen weitere Gebiete nördlich und westlich der irakischen Millionenstadt Mossul eingenommen. Nach Angaben der UN flohen rund 200 000 Menschen vor den Extremisten. Die meisten gehören zur religiösen Minderheit der Jesiden. Zehntausende Menschen haben in den kurdischen Autonomiegebieten im Nordirak und in Syrien Zuflucht gefunden. 20 000 bis 30 000 Flüchtlinge sollen im kargen Sindschar-Gebirge westlich von Mossul eingeschlossen sein.

Um die Menschen aus der Luft zu retten, wäre eine umfassende Luftbrücke über mehrere Tage notwendig. Man sei deshalb auch mit anderen Ländern im Gespräch, die Unterstützung signalisiert hätten, sagte Rhodes. Darunter seien Frankreich, Großbritannien, Kanada und Australien. Ein Völkermord im Nordirak müsse verhindert werden. Am Dienstag waren bereits 130 weitere US-Soldaten in Erbil in den kurdischen Autonomiegebieten im Nordirak eingetroffen. Mit der Entsendung stieg die Zahl der im Irak stationierten US-Soldaten auf fast 1000. US-Flugzeuge versorgten am Mittwoch erneut Zehntausende verzweifelte Flüchtlinge im Sindschar-Gebirge mit Wasser und Lebensmitteln. Auch das UN-Flüchtlingshilfswerk verstärkte sein Engagement für den Nordirak.

Berlin macht Tempo

Nach dem blutigen Vormarsch der Terrormiliz erhalten die Kurden im Irak nun auch Militärhilfe aus Europa. Als erstes EU-Land will Frankreich wie die USA Waffen an die in Bedrängnis geratenen Kurden im Nordirak liefern. Deutschland will lediglich Rüstungsgüter wie Fahrzeuge oder Schutzausrüstung schicken, macht bei der Unterstützung der Kurden im Irak jetzt aber Tempo. Möglichst schnell soll dieses Equipment geliefert werden. Gleichzeitig ist in Berlin eine leidenschaftliche Debatte über Waffenexporte in den Irak ausgebrochen.

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