Maly neuer Präsident des Deutschen Städtetages - Schaidinger Vize
Ober-Oberbürgermeister

Der Nürnberger Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) im historischen Rathaussaal in Nürnberg. Maly ist am Donnerstag mit großer Mehrheit zum neuen Präsidenten des Deutschen Städtetags gewählt worden. Bild: dpa

Der Nürnberger Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) ist neuer Präsident des Deutschen Städtetags. Der 52 Jahre alte Sozialdemokrat wurde am Donnerstag bei der Hauptversammlung des kommunalen Spitzenverbands in Frankfurt für zwei Jahre gewählt - per Handzeichen von den 556 stimmberechtigten Delegierten. Zu seinem Stellvertreter bestimmte die Hauptversammlung den Regensburger Oberbürgermeister Hans Schaidinger (CSU).

Maly tritt die Nachfolge des Münchner Oberbürgermeisters Christian Ude (SPD) an. Der 65-Jährige hatte nicht mehr kandidiert. Er darf aus Altersgründen bei der OB-Wahl in München 2014 nicht mehr antreten. Maly war der einzige Kandidat für das Spitzenamt. Im Präsidium des kommunalen Spitzenverbandes ist Ude aber weiterhin vertreten - ebenso wie der Erlanger Oberbürgermeister Siefried Balleis (CSU) und die Marktredwitzer Oberbürgermeisterin Birgit Seelbinder (parteilos).

Ohne Parteibrille

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) gratulierte Maly am Donnerstag zu seiner Wahl. "Ulrich Maly ist ein engagierter Politiker und entschlossener Streiter für die Interessen der Kommunen", betonte Seehofer in einer Mitteilung. Er sei überzeugt davon, dass Maly "mit seinem Mut zur parteiübergreifenden Zusammenarbeit die Belange der deutschen Städte kraftvoll vertreten wird".

Der Geschäftsführer des Bayerischen Städtetags, Bernd Buckenhofer, erklärte, sein Verband sei stolz darauf, "dass der Präsident des Bayerischen Städtetags nun auch gleichzeitig Präsident des Deutschen Städtetags ist". Es spreche auch für das hohe Prestige der bayerischen Städtetagsmitglieder, wenn diese zahlreich im Präsidium des Deutschen Städtetags vertreten seien.
Den Bürgerdialog propagierte Maly lange bevor es das Wort "Wutbürger" gab. Ebenso wichtig wie die Einbindung der Bürger in wichtige Entscheidungen ist dem Nürnberger Oberbürgermeister die soziale Balance in seiner Stadt. "Arm und Reich dürfen nicht so weit auseinanderdriften", betont er immer wieder. Vor allem aber überzeugt Maly durch seine Fähigkeit, das komplizierte Mehrparteienbündnis im Nürnberger Rathaus zusammenzuhalten. Bürger schätzen ihn wegen seiner Bodenhaftung.

Nun wird Malys Integrationsfähigkeit auch beim Deutschen Städtetag auf die Probe gestellt, wo er künftig unterschiedlichste kommunale Interessen bündeln und gegenüber der Bundesregierung vertreten muss.

Schon als Kind politisch

Dabei hatte es ihn nie auf die bundespolitische Bühne gezogen. Wer ihm unterstellt, er schiele heimlich auf ein Ministeramt in einer möglichen rot-grünen Bundesregierung, erhält stets ein klares Dementi: "Ich wache morgens gern neben meiner Frau auf". Was seinen Politikstil angeht, so sieht er sich eher als "Vertreter des rationalen Arguments statt der großen Inszenierung".
Mit der Politik kam der gebürtige Nürnberger früh in Berührung. Schon als Siebenjähriger war er Mitglied der Sozialistischen Jugend. Der SPD gehört Maly seit 1981 an. 1996 wurde er zum Stadtkämmerer gewählt. Sein Sprung an die Stadtspitze gelang ihm bei der Kommunalwahl 2002. Sechs Jahre später wurde er mit großer Mehrheit in seinem Amt bestätigt. Der Hobbykoch Maly ist verheiratet und hat zwei Kinder. Fit hält er sich mit Joggen am alten König-Ludwig-Kanal.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.