29.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Mehr als 1000 Soldaten, große Mengen hochmoderner Waffen Nato wirft Russland Invasion in Ukraine vor

Gegen alle Warnungen des Westens hat Russland aus Nato-Sicht mehr als 1000 eigene Soldaten mit schweren Waffen in die umkämpfte Ostukraine geschickt. Man habe festgestellt, dass "große Mengen hochmoderner Waffen einschließlich Luftabwehrsystemen, Panzern und gepanzerten Fahrzeugen den Separatisten in der Ostukraine übergeben wurden", teilte ein Nato-General im belgischen Mons mit.

von Agentur DPAProfil

Kanzlerin Angela Merkel kündigte am Abend an, die EU werde beim Gipfeltreffen am Samstag in Brüssel über weitere Sanktionen gegen Russland beraten. "Wir wollen diplomatische Lösungen, wir werden da auch nicht nachlassen", sagte Merkel. "Aber wir müssen feststellen, dass sich die Dinge in den letzten Tagen wieder erschwert und verschlechtert haben." Der UN-Sicherheitsrat befasste sich noch am Abend mit dem eskalierenden Konflikt. Zuvor hatte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko für widersprüchliche Nachrichten gesorgt. Einerseits warf er Moskau offen "eine Intervention russischer Streitkräfte in der Ukraine" vor.

Die Lage im Grenzgebiet habe sich "extrem verschärft", erklärte Poroschenko in Kiew. "Ich habe einen Besuch in der Türkei abgesagt ... Der Platz des Präsidenten ist heute in Kiew." Später erklärte er, Vertreter der Generalstäbe Russlands und der Ukraine hätten sich erstmals beraten. Zudem wies Poroschenko den Grenzschutz seines Landes an, im umkämpften Osten gemeinsame Patrouillen mit russischen Kollegen zu organisieren. Dies sei mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin beim jüngsten Treffen in Minsk besprochen worden.

Die Nato veröffentlichte in Mons Satellitenbilder, die ihre Einschätzung belegen sollen. Die Nato sprach von "deutlich mehr als 1000 russischen Soldaten", die innerhalb der Ukraine operierten. "Das ist eine eher konservative Schätzung", hieß es. Die Russen befänden sich "bis zu 50 Kilometer innerhalb ukrainischen Gebiets". Im Grenzgebiet zur Ukraine seien schätzungsweise 20 000 Soldaten stationiert. "Das ist eine Invasionsarmee", so der Nato-Offizier.

Das ukrainische Militär räumte unterdessen den Verlust der Hafenstadt Nowoasowsk ein. Die Küstenregion stellt die Landverbindung zwischen Russland und der von Moskau einverleibten Schwarzmeerhalbinsel Krim her.

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