16.04.2008 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Merkel kommt: Festakt für ein Jahrhundertprojekt - Erste Planungen für Strecke begannen schon ... A 6: Freie Fahrt ab 10. September

Noch heißt es "Ende der Ausbaustrecke". Ab dem 10. September soll aber der Verkehr auf der Autobahn A6 zwischen dem Autobahndreieck Oberpfälzer Wald (Bild) und Amberg-Ost rollen. Zur Eröffnung kommt Bundeskanzlerin Angela Merkel. Bild: Alexander Unger
von Uli Piehler Kontakt Profil

Wenn der laue Frühlingswind weht und das zarte Grün sprießt, dann geht auch Jürgen Kaiser das Herz auf. "Wir betonieren schon wieder", sagt der Bauoberrat von der Autobahndirektion Nordbayern. Nach einer kurzen Winterpause verkehren auf der 20,16 Kilometer langen Autobahn-Baustelle zwischen Schafhof in der Gemeinde Ebermannsdorf (Kreis Amberg-Sulzbach) und Pfreimd (Kreis Schwandorf) wieder die Beton-Transporter.

Täglich 600 Meter

Täglich transportieren sie bis zu 2000 Kubikmeter weißen Waschbeton vom extra eingerichteten Mischwerk bei Trisching (Kreis Schwandorf) zur Betonbau-Kolonne. Sie arbeitet sich von Trisching aus in "Fahrtrichtung Pfreimd" vor. So wächst die Fahrbahn nun auch in östlicher Richtung täglich zwischen 500 und 600 Meter. Der Oberbau ist laut Autobahndirektion in den nächsten Wochen fertiggestellt.

Dann folgen "Feinheiten", wie die Anlage von Regenrückhaltebecken, der Bau von Erschließungswegen, Lärmschutzeinrichtungen und schließlich die Bepflanzung, Beschilderung und Fahrbahnmarkierung. Am Mittwoch, 10. September, gibt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Autobahn frei. Der Traum von der "Via Carolina" wird dann Wirklichkeit. Wo genau der Festakt stattfindet, will die Autobahndirektion zu gegebener Zeit mitteilen. Minister, Landräte, Abgeordnete und hohe Beamte werden dabeisein.

Politische Ränkespiele

Die Oberpfälzer haben jahrzehntelang um diese Magistrale gestritten. Die Planungen für die A 6 von Nürnberg bis zur Grenze bei Waidhaus (Kreis Neustadt/WN) sind mehr als 45 Jahre alt. Bereits Anfang der 60er-Jahre gab es konkrete Vorstellungen vom Trassenverlauf über Schafhof, Trisching und Pfreimd. Das erste Raumordnungsverfahren startete 1963. Im Juli 1967 reiste ein Vertreter des tschechischen Verkehrsministeriums nach Nürnberg, um mit der dort ansässigen Autobahndirektion Details der Streckenführung zu besprechen.

Während Bonn und Prag in den 60er-Jahren das Fundament für den Autobahnbau quer durch den Bezirk legten, kamen die Oberpfälzer über Kreuz. Der Landkreis Cham wollte ebenfalls eine schnelle Verkehrsanbindung und plädierte dafür, den Autobahnbau bei Amberg einzustellen und dann zwei Schnellstraßen zu bauen - eine Richtung Waidhaus und eine Richtung Furth im Wald.

Zu politischen Ränkespielen kamen Klagen von Anwohnern und Naturschützern. Der 800 Seiten starke Planfeststellungsbeschluss für das Teilstück zwischen Amberg und Pfreimd erfolgte schließlich am 14. Juli 2000. Im Dezember des selben Jahres versprach Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) bei einem Besuch in Weiden, dass die Autobahn spätestens 2009 durchgängig befahrbar sei.

(Nicht mehr ganz aktuelle) Ansicht des Autobahnkreuzes auf Google Maps

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