Mit neuer Sondentechnik Kosten für Freibad senken - Wärmepumpe hebt die Temperaturen
Erde als Wärmelieferant für Wasser

Mit einem Sprung ins Wasser hatten die Männer nichts am Hut. Bei dem Ortstermin ging es ihnen vielmehr darum, wie sich die Kosten für das weithin bekannte und beliebte Freibad beeinflussen lassen, ohne dass darunter der Komfort leiden muss. In den Mittelpunkt des Interesses rückte die "Sondentechnik", mit der sich Erdwärme nutzen lässt.

Sparsam wurde auf der Altglashütte mit der Energie schon immer umgegangen. Sonnenkollektoren tragen seit Jahren dazu bei, den Hunger des Ölkessels in Grenzen zu halten. Dennoch schluckt der jährlich bis zu 40 000 Liter des wertvollen und inzwischen sehr teuer gewordenen Rohstoffes. Die Verantwortlichen des Fördervereins - er betreibt das Bad - sind deshalb stets auf der Suche nach neuen Ideen und unkonventionellen Maßnahmen.

Schlauch um Gitterkäfig

Fündig wurden Vorsitzender Engelbert Träger und Schwimmmeister Siegfried Walter beim Weidener Unternehmen "EE Concepte" und bei einem Radeburger Planungsbüro. Norbert Lohrmann und Reinhold Wiesner stellten eine interessante Technik vor. Neu sei es zwar nicht, Erdwärme zu nutzen, noch nicht lange gebe es aber eine Alternative. Mit Sonden gelinge es, die Nachteile von Tiefenbohrungen oder oberflächennahen Leitungen zu kompensieren. Hinter dem Prinzip steckt die Idee, einen Kunststoffschlauch um einen runden Gitterkäfig zu wickeln und ihn stehend im Boden zu versenken. 4,5 Meter tief sind die immerhin 180 zu bohrenden Löcher, in denen dem Erdreich Wärme entzogen wird. Das alleine würde aber nicht reichen. Eine elektrisch betriebene Wärmepumpe hebt die Temperatur an, liefert letztendlich ein Mehrfaches der eingesetzten Energie. Das reiche aus, erklärten Lohrmann und Wiesner, um den Öleinsatz zu halbieren.
Bei der Präsentation der Details wurde Bärnaus Bürgermeister Peter Hampel, dem Flosser Marktoberhaupt Günter Stich, Bürgermeister Lothar Müller aus Plößberg und einem Vertreter aus Flossenbürg allerdings auch klar, dass niedrigere Kosten durchaus ihren Preis haben.

Im Schutzhaus Silberhütte war von 200 000 Euro die Rede. Ob sich die Sonden im Erdreich der Altglashütte verkriechen dürfen, darüber soll jetzt intensiv nachgedacht werden.
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