16.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Mitleid alleine zählt nicht Angemerkt

von Frank Werner Kontakt Profil

Der Krebs macht das ihr Leben zur Hölle. Vor Schmerzen ist an Schlaf nicht zu denken. Jeder Tag wird zur Qual. Es gibt keine Hoffnung mehr. Was Inge N. durchgemacht haben muss, ist auch für Außenstehende kaum vorstellbar. Der Wunsch nach einem Ende des Leids, nach einer Erlösung - nur legitim.

Ihr Ex-Mann Kurt geht durch diese Martyrium mit. Er lässt sie nicht allein. Er kümmert sich Tag und Nacht um sie. Bis an die Grenze der Belastbarkeit. Vor Gericht erscheint ein aschfahler Mann. Er sieht viel älter aus, als er mit 64 Jahren eigentlich ist.

Mitleid kann man mit Kurt N. in dieser schier ausweglosen Situation sicher haben, Verständnis für sein Art des Handelns aber nicht. Ein verzweifelter Mensch, der die Liebe seines Lebens dahinsiechen sieht, agiert nicht so rational, so kühl. Es hätte andere Wege gegeben, Inge N. auf dem letzten Weg zu begleiten. Diese drei Schüsse waren es nicht. Acht Jahre Haft mögen hart klingen. Sie sind nach dem Verlauf dieses Prozesses aber ein gerechtes Urteil.

frank.werner[at]derneuetag[dot]de

Zitate

"Der Angeklagte macht es allen nicht leicht." Staatsanwalt Peter Frischholz

"Für meinen Mandanten war der Tod die Lösung der Probleme." Verteidiger Tobias Konze

"Er hat gelogen und getäuscht." Rechtsanwalt Domic Kriegel, Vertreter der Nebenkläger.

"Sie hat sich das Ende anders vorgestellt, nicht auf diese brutale Weise." Vorsitzender Richter Walter Leupold

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