Mobiles Geschäft als Wachstumsmotor
Facebook wächst dank Smartphones

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Menlo Park. (dpa) Facebooks Vorstoß auf Smartphones zahlt sich aus. Immer mehr Kunden schalten ihre Werbeanzeigen auf den mobilen Geräten. Das treibt die Einnahmen des weltgrößten Online-Netzwerks in die Höhe. «Wir haben große Fortschritte gemacht in den ersten Monaten des Jahres», erklärte Gründer und Firmenchef Mark Zuckerberg am Mittwoch am Sitz im kalifornischen Menlo Park.

Früher waren Smartphones die Achillesferse des Sozialen Netzwerks - und ein Hauptgrund für den Absturz der Aktie nach dem Börsengang im Mai. Nun kamen im ersten Quartal bereits 30 Prozent aller Werbeeinnahmen von den mobilen Geräten. Das ist ein rasanter Anstieg: Im Vorquartal waren es erst 23 Prozent und davor 14 Prozent. Insgesamt stiegen die Werbeeinnahmen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 43 Prozent. Das sei ein schnelleres Wachstum als in jedem Quartal des Vorjahres, betonte Zuckerbergs rechte Hand Sheryl Sandberg.

Das Team um Zuckerberg hat neue Werbeformen für die kleinen
Smartphone-Bildschirme eingeführt und den Werbekunden gleichzeitig bessere Instrumente zur Verfügung gestellt, um den Erfolg ihrer Anzeigenkampagnen zu messen. Mit «Facebook Home» brachte das
Unternehmen jüngst sogar eine eigene Benutzeroberfläche für bestimmte
Android-Handys heraus - für Facebook eine gute Möglichkeit, in Zukunft noch mehr Werbung zu zeigen. «Das ist der erste Schritt auf einer langen Reise», sagte Zuckerberg in einer Telefonkonferenz.

Die Anstrengungen schlagen sich direkt in den Geschäftszahlen nieder: Im ersten Quartal stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 38 Prozent auf knapp 1,5 Milliarden Dollar (1,2 Mrd Euro). Neben Werbung sind auch Einnahmen aus Online-Spielen wichtig. Und Facebook erwirtschaftet mittlerweile stabil gute Gewinne: Unterm Strich kamen 217 Millionen Dollar heraus, ein Plus von 58 Prozent.

Der Gewinn wäre noch kräftiger gestiegen, wenn Facebook nicht so massiv in neue Funktionen und Techniken investieren würde, vor allem im mobilen Geschäft. «Wir machen diese großen Investitionen, weil wir glauben, dass die Bereiche wichtig sind», sagte Zuckerberg. So soll «Facebook Home» für immer mehr Smartphone-Modelle verfügbar werden.
Bislang sind es vor allem die Topmodelle von HTC und Samsung.

Drei von vier Facebook-Mitgliedern halten mittlerweile auch oder ausschließlich über ihr Smartphone Kontakt mit ihrem Freundeskreis. Der Anteil hat damit massiv zugenommen. «In den USA verbringen die Leute mehr Zeit bei Facebook als bei jeder anderen App auf ihrem Smartphone», sagte Sandberg.

Insgesamt hat das weltgrößte Soziale Netzwerk nun 1,11 Milliarden aktive Nutzer im Monat. Ende Dezember waren es 1,06 Milliarden. Noch schneller legte die Zahl der Nutzer zu, die täglich vorbeischauen. Es sind mittlerweile 665 Millionen. Das dürfte auch mit der steigenden Verbreitung von Facebook auf Smartphones zusammenhängen - denn damit kann man sich von fast jedem Ort aus in das Netzwerk einklinken. «Manchmal erstaunt es mich, dass unsere Gemeinschaft weiter so schnell wachsen kann», sagte Zuckerberg.

Die Facebook-Anleger waren zufrieden mit den Fortschritten. Vorbörslich legte die Aktie um 1,4 Prozent zu. Mit mittlerweile fast 28 Dollar ist das Papier wieder unterwegs zum Ausgabekurs von 38 Dollar beim Börsengang vor knapp einem Jahr. Als die Sorge um Facebooks mobiles Geschäft besonders groß war, war das Papier im Spätsommer vergangenen Jahres auf 17,55 Dollar abgesackt.
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