16.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Nato prangert Moskaus Vordringen an - Journalisten beobachten Kolonne Ukraine meldet Angriff auf russischen Armeekonvoi

(dpa/paa) Die ukrainische Regierung und die Nato werfen Russland vor, heimlich mit einem Militärkonvoi in die Ostukraine vorgedrungen zu sein. Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen prangerte am Freitag einen "Einfall" ins Nachbarland an. Das ukrainische Militär zerstörte nach Angaben von Präsident Petro Poroschenko einige der Fahrzeuge.

von Redaktion OnetzProfil

Britische Reporter berichteten, in der Nacht zum Freitag hätten 23 russische Armeefahrzeuge die Grenze in Richtung Ukraine passiert. Dagegen bestritt Russland den Grenzübertritt. "Eine russische Militärkolonne, die die Grenze zur Ukraine überquert haben soll, existiert nicht", sagte Generalmajor Igor Konaschenkow.

Der nächtliche Grenzübertritt russischer Armeefahrzeuge bestätigt aus Sicht von Rasmussen, "dass wir einen dauernden Fluss von Waffen und Kämpfern aus Russland in die Ostukraine sehen". Er rief Moskau auf, die Separatisten nicht weiter zu unterstützen und in den Dialog mit Kiew zu treten. Auch die Bundesregierung fordert von Moskau Aufklärung. Der Kreml müsse alles tun, um den Nachschub für Separatisten zu unterbinden, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Die EU-Außenminister warnten Moskau. "Jegliche einseitigen militärischen Handlungen ... unter jeglichem - auch humanitärem - Vorwand wird die Europäische Union als unverhohlene Verletzung internationalen Rechts werten."

Im tagelangen Streit um einen russischen Hilfskonvoi aus 280 Lastwagen für das umkämpfte Lugansk erzielten Russland und die Ukraine eine Einigung, wie Poroschenko mitteilte. Auch das finnische Staatsoberhaupt Sauli Niinistö bestätigte dies. Neben dem russischen Konvoi schickte die ukrainische Regierung eine eigene Lieferung auf den Weg.

US-Präsident Barack Obama reist Anfang September nach Estland. Er werde dort die Präsidenten der drei baltischen Staaten treffen und dann zum Nato-Gipfel weiterreisen.

US-Panzer nach Polen

Die US-Armee verlegt erstmals seit Ausbruch der Ukraine-Krise einen Panzerverband nach Osten. Rund 600 Soldaten der 1. US-Kavalleriedivision aus Fort Hood sollen die Fallschirmjäger aus Grafenwöhr (Kreis Neustadt/WN) und dem italienischen Vicenza ablösen, die seit Anfang April in Polen und dem Baltikum im Einsatz sind. Die Soldaten aus Texas bringen ihre Kampfpanzer vom Typ M1 Abrams mit. (Seite 8)

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