31.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Neue Brücke über B 85 eingebaut - Außergewöhnlich große Spannweite Sitzt - und wackelt nicht

Schweres Gerät war nötig, um die gewaltigen Stahlträger der neuen Brücke auf die Betonlager zu hieven: Dazu musste die B 85 zwischen Schafhof und Pittersberg am Samstag komplett gesperrt werden. Bild: Hartl
von Redaktion OnetzProfil

Pittersberg. (eik) Mit Großprojekten hat Abteilungsleiter Stefan Noll vom Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach regelmäßig zu tun. Aber die vier Stahlträger, die am Samstag per Kran auf der B 85 bei Pittersberg einschwebten, waren auch für den Fachmann etwas ganz Außergewöhnliches - mit ihrer stolzen Länge von knapp 42 Metern. Schwierige Bodenverhältnisse sind der Grund dafür, dass die Brücke über die Bundesstraße an dieser Stelle diese extreme Spannweite haben und ohne Mittelpfeiler auskommen muss.

Obwohl es "nur" eine Bundesstraße zu überbrücken gilt, hat das neue Bauwerk damit laut Noll ein Ausmaß, wie es sonst ausschließlich auf Autobahnen zu finden ist. Nötig ist dies nicht nur, weil die Brücke künftig vier statt derzeit zwei Fahrspuren überspannen muss: Die B 85 wird an hier in beiden Richtungen um je eine Spur erweitert, also auf die Breite, wie sie sie bereits bei Schafhof hat. Dieses Vorhaben soll im nächsten Frühjahr umgesetzt werden.

Zuvor allerdings muss das Brückenbauwerk fertiggestellt werden. Dafür war am Samstag eine Vollsperrung der B 85 zwischen Ebermannsdorf und Pittersberg notwendig. Eine sehr stark frequentierten Verbindung zwischen A6 und A 93: Alleine 2000 bis 2500 Lkw seien hier im Schnitt werktags unterwegs, die Strecke sei damit eine der vom Schwerverkehr am meisten belastete in der Region.

Um den Verkehr nicht zu sehr zu stören, wählte man für die Sperrung ganz bewusst ein Wochenende in den Ferien. Schon ab 4 Uhr morgens war die B 85 "dicht", um den Einbau der Mega-Stahlträger vorbereiten zu können: Weil hier tonnenschwere Kasten millimetergenau eingepasst werden mussten, war schweres Gerät nötig, das auf der gesamten Fahrbahnbreite rangieren musste. Der Verkehr wurde währenddessen großräumig über Schwarzenfeld umgeleitet. Eine Route, die, obwohl beschildert, nicht jeder Verkehrsteilnehmer nutzte: Vor allem einige Auswärtige waren ein wenig ratlos auf Abwegen, irrten beispielsweise durch das nahe gelegene Freihöls.

Gegen 9 Uhr begann die Firma Strabag damit, die vier riesigen, jeweils bis zu 65 Tonnen schweren Brückenteile nacheinander auf die vorhandene Betonkonstruktion zu hieven. Letztere musste wegen der problematischen Bodenverhältnisse auf 18 jeweils bis zu 40 Meter lange Großbohrpfähle gegründet werden: An dieser Stelle gibt es bis zu einer Tiefe von 30 Metern nicht ausreichend tragfähige Schichten aus Ton, Torf und "Weichbraunkohlen" aus einem Seitenarm des Urnaabtals.

Etwas länger, nämlich rund zwei Jahre gedauert hat es laut Noll, bis sich die für die Zu- und Abfahrtsschleifen zur B 85 und nach Freihöls nötigen großen Dämme gesetzt hatten. Mit Blick auf kritische Stimmen wegen des gewaltigen Bauwerks an dieser Stelle, wo die eher wenig befahrene Kreisstraße AS 24 in die B 85 mündet, betonte Noll am Samstag noch einmal, dass dies bei einem vierspurigen Ausbau wegen der Verkehrssicherheit zwingend erforderlich sei. Hier habe es in der Vergangenheit schon mehrfach schwere Unfälle gegeben.

Letztere blieben auf der Baustelle am Samstag aus, die Arbeiten liefen ohne Probleme und waren am Ende sogar eine halbe Stunde früher beendet als geplant. Die Sperrung der B 85 nutzten auch gleich die Staatsforsten, um verkehrsgefährdende Bäume zu entfernen. Um 17.30 Uhr war die B 85 dann wieder befahrbar. Die weiteren Arbeiten an der Brücke werden laut Noll den Verkehrsfluss nicht mehr stark beeinträchtigen. Lediglich im November werde man die Straße dann noch einmal einen halben Samstag sperren müssen.

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