Niedrige Besucherzahlen, zu hohe Energiekosten - Freibad Altglashütte schließt am 2. September
Da hilft nur noch ein Wunder

Hohe Energiekosten auf der einen Seite, niedrige Besucherzahlen auf der anderen. Wenn nicht ein Wunder geschieht, wird das Freibad Altglashütte am 2. September seine Pforten schließen, meinte der Vorsitzende des Förderkreises Freibad, Engelbert Träger.

Die aufwendigen Energiekosten seien bei den geringen Besucherzahlen nicht mehr vertretbar. Das wechselhafte Wetter ermutige niemanden zu einem Besuch der Freizeitanlage, obwohl die Wassertemperaturen dort bei 24 Grad liegen. "Wir können nur auf eine bessere Badesaison im nächsten Jahr spekulieren", sagte auch der ehrenamtlich tätige Schwimmmeister Siegfried Walter.

Erwartungen nicht erfüllt

Er und Engelbert Träger sind über die Badesaison 2007 alles andere als erfreut. "Wir werden mit einem blauen Auge trotz der nicht erreichten Einnahmen davon kommen. Wir konnten rechtzeitig öffnen und hatten uns auf eine lange und sommerliche Saison vorbereitet. Aber das wechselhafte Wetter und die verregneten Ferientage schon zu Pfingsten machten alle Erwartungen der Verantwortlichen zunichte", erklärte Träger.

Die derzeitigen Einnahmen deckten die Energiekosten nicht. Das Aufheizen des Badewassers bei nächtlichen Temperaturen um die zehn Grad erfordere täglich einen zusätzlichen Heizölbedarf, der nicht mehr im vertretbaren Bereich liege, erläuterte der Vorsitzende

Wegen der niedrigen Sonneneinstrahlung liefert auch die Solaranlage zur Badewassererwärmung zu wenig Energie, um die tatsächlich anfallenden Energiekosten wesentlich zu senken. "Wir denken auch umweltbewusst und verheizen nicht unser kostbares Heizöl. Lieber diese Saison abschließen und schon für die Badesaison im nächsten Jahr planen", so sieht Schwimmmeister Siegfried Walter die Lage.

"Wir haben auch eine Verantwortung gegenüber unseren Mitgliedern im Förderkreis Freibad Altglashütte", betonte der Vorsitzende.. Sie leisteten mit ihren Beiträgen eine Vorauszahlung, um den weiteren Erhalt des Freibades zu sichern. "Sie sind ein Garant für den Fortbestand", betonte Träger. Mit den in den vergangenen Jahren getätigten Anschaffungen erreichte der Förderkreis, dass das Freibad zeitgerecht und wirtschaftlich betrieben werden kann. Seit Gründung des Vereins vor sechs Jahren wurden über 100 000 Euro in das Bad investiert.

100 000 Euro investiert

Beispielsweise für die Folienerneuerung im Kinder- und im Springerbecken, für zwei komplette Solaranlagen mit je 16 Quadratmetern Kollektorflächen, für die 29 Meter lange Wasserrutsche sowie für ein neues Spielgerät auf der Liegewiese, das alleine 12 000 Euro kostete. Die unentgeltlichen Arbeitsstunden der Mitglieder sind noch nicht mit eingerechnet.

"Wenn nicht ein Wunder geschieht, wird der Saisonabschluss am Sonntag, 2. September, sein", stellte Träger fest. Traditionell gibt es zum Abschluss Weißwürste und sauere Zipfel; Brezen und Käse dürfen nicht fehlen. "Wir sind stolz, dass bei schönem Wetter das Freibad so gut besucht wird", ergänzte der Vorsitzende. Dies ermutige den Verein, einen weiteren Schritt nach vorne zu tun, um das Freibad zu erhalten.