14.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Noch immer ist unklar, ob die Ukraine die russische Lastwagen-Kolonne ins Krisengebiet im Osten ... Kiew kontert mit eigenem Hilfskonvoi

Foto aus HUP-Import
von Agentur DPAProfil

Im Streit um einen russischen Hilfskonvoi für die Ostukraine hat nun erstmals auch die Regierung in Kiew breite Unterstützung für die notleidenden Menschen angekündigt. Heute solle ein eigener Transport mit Hilfsgütern auf den Weg gebracht werden, sagte die Ostukraine-Beauftragte Irina Geraschtschenko am Mittwoch. Unterdessen verschärfte sich die Lage im Konfliktgebiet weiter. Nach UN-Informationen stieg die Zahl der Getöteten inzwischen auf fast 2100.

Der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk kritisierte die russische Hilfsaktion als "grenzenlosen Zynismus". "Erst schicken sie Panzer und Banditen in die Ukraine, dann Wasser und Salz", sagte er. Kremlsprecher Dmitri Peskow bezeichnete Befürchtungen als "absurd", im russischen Konvoi könnten auch Waffen versteckt sein.Das Außenministerium in Moskau schlüsselte die fast 2000 Tonnen an Hilfsgütern so auf: 30 Tonnen Salz, 340 Tonnen Fleischkonserven, 100 Tonnen Zucker, 60 Tonnen Milchkonserven, 800 Kilogramm Tee, 679,5 Tonnen in Flaschen abgefülltes Wasser, 62,4 Tonnen Babynahrung, 400 Tonnen Grütze, 54 Tonnen medizinische Hilfsgüter sowie 12 300 Schlafsäcke und 69 Stromgeneratoren.

Über den geplanten ukrainischen Transport sagte Jazenjuk, die Regierung stelle zehn Millionen Griwna (etwa 580 000 Euro) für den Kauf notwendiger Waren bereit. Hinzu kämen sechs Millionen Dollar (etwa 4,5 Millionen Euro) von den Vereinten Nationen. Auch die EU hatte bereits 2,5 Millionen Euro zugesagt.

Im Konfliktgebiet Lugansk warteten die Menschen dringend auf Hilfe. In der Großstadt leben rund 250 000 Menschen seit Tagen ohne Wasser und Strom. Die russischen Lastwagen sollten zum Grenzübergang Schebekino nördlich des Krisengebiets fahren. Völlig unklar war aber, ob der Konvoi die Grenze passieren darf. Moskau stimmte allerdings zuletzt zu, dass an der Grenze ukrainische Kennzeichen an die Fahrzeuge montiert würden. Zudem sollten Rotkreuz-Mitarbeiter die Führung der etwa drei Kilometer langen Kolonne übernehmen.

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